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Erster Todesfall durch neues Vogelgrippevirus H10N8

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Baku, den 19. Dezember (AZERTAG). Bisher hat der Erreger H10N8 nur Geflügel befallen. Doch nun gibt es in der ostchinesischen Provinz Jiangxi einen ersten Fall, bei dem ein Mensch ums Leben gekommen ist. Die Behörden wollen die Angelegenheit „vorerst als isolierten Fall betrachten“.

Erstmals hat China einen Todesfall gemeldet, der auf das bislang nur von Vögeln bekannte Grippevirus H10N8 zurückgeführt wird. Eine 73-jährige Frau starb schon am 6. Dezember in einem Hospital in Nanchang, der Hauptstadt der ostchinesischen Provinz Jiangxi, wie die Gesundheitsbehörden erst am Mittwoch mitteilten. Die Frau sei sechs Tage vorher mit einer schweren Lungenentzündung eingeliefert worden, habe auch einen Herzinfarkt erlitten und sei schließlich an Atemwegsversagen gestorben.

Die Frau hatte nach diesen Angaben einen Markt mit lebendem Geflügel besucht. Unter Verwandten, die Kontakt zu ihr gehabt hätten, gebe es aber keine ähnlichen Symptome. „Wir sollten es vorerst als isolierten Fall betrachten“, teilte das Gesundheitsamt der Provinz mit. „Es gibt ein geringes Risiko, dass das Virus Menschen infizieren und übertragen werden kann.“

Timothy O'Leary, der Sprecher der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Malina erklärte, man arbeite mit den chinesischen Behörden zusammen, um den neuen Virentyp besser zu verstehen. Es sei stets besorgniserregend, wenn einem Erreger der Sprung zwischen einer Tierart und dem Menschen gelinge. Bisher gebe es aber keine Hinweise auf eine Mensch-zu-Mensch-Übertragung.

Diskussion um Gefährlichkeit von H7N9 - Seit der ersten Entdeckung des letzten neuen Vogelgrippevirus H7N9 bei Menschen im März sind 142 Infektionen in China berichtet worden. 45 Fälle verliefen tödlich. Es gelang den chinesischen Behörden, den Ausbruch unter anderem dadurch unter Kontrolle zu bringen, dass Geflügelmärkte geschlossen wurden. So wurde ein enger Kontakt zwischen Menschen und Geflügel unterbunden.

Im Oktober berichtete die Weltgesundheitsorganisation, dass „keine anhaltende Übertragung von Mensch zu Mensch“ durch das H7N9-Virus festgestellt worden sei. Zuletzt hatten Forscher im Fachmagazin „Science“ erklärt, die derzeitige Gefahr durch das Vogelgrippe-Virus H7N9 sei offenbar stark überschätzt. In schlechter Erinnerung ist dagegen der Virentyp H5N1. Durch diesen Erreger sind seit 2003 mindestens 384 Menschen gestorben.

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