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Export von russischem Wodka bricht drastisch ein

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Baku, 17. Februar, AZERTAC 

Die schlechten Beziehungen zum Westen bekommen auch die Exporteure des russischen Nationalgetränks zu spüren. 2015 brach der Wert der Wodka-Ausfuhren um mehr als 40 Prozent ein.

Russland hat im vergangenen Jahr weit weniger Umsätze mit der Ausfuhr von Wodka erzielt als noch 2014. Der Export sank um mehr als 40 Prozent auf rund 112 Millionen Dollar, wie die russische Zeitung "Kommersant" unter Berufung auf vertrauliche Daten des Zolls berichtet. 2014 waren durch den Export von Wodka noch 187 Millionen Dollar erlöst worden.

Ein Teil dieses in Dollar-Umsätzen angegebenen Rückgangs dürfte auch auf die Rubel-Schwäche zurückzuführen sein. Doch nicht nur der Erlös in Dollar, auch die ausgeführte Menge von 43,5 Millionen Litern des harten Alkohols stellt laut "Kommersant" den niedrigsten Wert seit Jahren dar. Allerdings macht die Zeitung keine Angaben darüber, wie stark die Menge gesunken ist.

Der russische Marktexperte Wadim Drobis führt in dem Zeitungsbericht vor allem politische Gründe für den Verlust an. "Wegen der Ereignisse in der Ukraine und in Syrien hat sich Russlands Ansehen im Westen verschlechtert", wird er zitiert. Russland hatte 2014 unter Protest der Regierung in Kiew und des Westens die ukrainische Halbinsel Krim annektiert und unterstützt zudem moskautreue Separatisten im Donbass. Der Ukraine-Konflikt hat die schwerste Krise zwischen Ost und West seit dem Ende des Kalten Krieges ausgelöst. Unter anderem haben die EU und die USA Sanktionen gegen Russland verhängt.

Wenig überraschend sind daher vor allem die Wodka-Lieferungen in die Ukraine dem Bericht zufolge fast zum Erliegen gekommen. Lieferte Russland 2013 noch Alkohol im Wert von fast 39 Millionen Dollar in die Ex-Sowjetrepublik, brachte der Export hier 2015 nur noch 3,9 Millionen Dollar ein.

Der größte Abnehmer von russischem Wodka war im vergangenen Jahr demnach Großbritannien mit rund 22,5 Millionen Dollar - ein Rückgang von 35,6 Prozent. Deutschland folgt mit ebenfalls rund 22,5 Millionen Dollar knapp dahinter, die Bundesrepublik führte damit 15 Prozent weniger ein als im Vorjahr.

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