WIRTSCHAFT


Extremwetter kostet US-Wirtschaft Hunderte Milliarden Dollar

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Baku, den 25. Juni (AZERTAG). Die Risiken sind immens. Ein aktueller Bericht warnt vor den Folgen des Klimawandels für die US-Wirtschaft. Dessen Auswirkungen könnten die Bauindustrie und den Tourismussektor ruinieren und in einigen Bundesstaaten den Großteil der Landwirtschaft zerstören.

Überschwemmungen, gefährliche Hitze, hohe Sachschäden: Eine US-Studie aktualisiert das Wissen über die Folgen des Klimawandels für die Vereinigten Staaten - und beziffert dessen Auswirkungen auf die US-Wirtschaft. Die Kosten könnten den aktuellen Schätzungen zufolge bis zum Jahr 2100 gar Hunderte Milliarden Dollar betragen.

Im kommenden Vierteljahrhundert verursache allein der jährliche Landverlust durch Hurricanes und Küstenstürme Kosten in Höhe von 35 Milliarden Dollar, heißt es. Die Autoren der Studie rechnen für diesen Zeitraum ebenfalls mit milliardenhohen Einbußen für Weizenbauern sowie mit einem generellen Rückgang der Ernteerträge von 14 Prozent. Durch die extreme Hitze dürften der Studie zufolge auch die Ausgaben für Elektrizität stark steigen - um bis zu 12 Milliarden Dollar pro Jahr.

Die Prognosen stammen aus einem gemeinschaftlichen Klimabericht altgedienter Politiker und Ökonomen aller Parteien in den USA. Den Vorsitz des Gremiums hat unter anderem der frühere New Yorker Bürgermeister Michael Bloomberg übernommen, gemeinsam mit weiteren Wirtschafts- und Umweltexperten. Die Studie trägt den Titel “Risky Business. The Economic Risks of Climate Change in the United States” (etwa: “Riskante Geschäfte. Die wirtschaftlichen Risiken des Klimawandels in den Vereinigten Staaten“).

Bloomberg fordert Städte auf, sich gegen Klimarisiken zu rüsten - Die aufgezeigten Risiken könnten der Studie zufolge für Branchen wie die Bauindustrie und den Tourismussektor den Ruin bedeuten, ganze Bundesstaaten in den USA könnten einen Großteil ihrer Landwirtschaft verlieren. Die verschiedenen Regionen der USA dürften durch den Klimawandel laut dem Bericht allerdings in unterschiedlichem Ausmaß betroffen sein. Einige kältere Staaten könnten sogar von den höheren Temperaturen profitieren, etwa durch längere Wachstums- und Erntezeiten.

Die Städte hingegen müssten sich schon jetzt auf die Auswirkungen des Klimawandels vorbereiten, warnte Bloomberg. Er forderte deren Verwaltungen auf, die Bedrohungen ernstzunehmen, berichtet die „New York Times“. Die Tageszeitung rechnet mit einem so starken Anstieg von Hitze und Feuchtigkeit, dass es gesundheitsgefährdend sein werde, sich draußen aufzuhalten.

Die „New York Times“ äußert allerdings Zweifel, ob die Ergebnisse der Studie Auswirkungen auf Unternehmen und Investoren in den USA haben werden, weil an der Wall Street viele Entscheidungen durch kurzfristige Entwicklungen bestimmt würden.

Aus Sicht von US-Militärexperten bedeutet der Klimawandel auch ein globales Sicherheitsrisiko. Folgen von Stürmen, Dürren, Massenmigration und Pandemien könnten demnach auch militärische Interventionen nötig werden lassen.

 

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