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Fast fünfzig Mumien im Tal der Könige entdeckt

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Baku, den 29. April (AZERTAG). Im legendären Tal der Könige nahe der ägyptischen Stadt Luxor ist Archäologen ein spektakulärer Fund gelungen. In einer bislang unbekannten Grabstätte entdeckten sie fast fünfzig Mumien.

Im Tal der Könige wurde jeder Stein schon mehrfach umgedreht, könnte man meinen. Seit Jahrhunderten schon graben dort Schatzsucher nach Gold, das den Toten im Alten Ägypten einst mit ins Grab gelegt wurde. Später übernahmen Archäologen die Ausgrabungen.

Doch offenbar ist die Totenstadt immer noch für eine Überraschung gut. Im Tal der Könige haben Wissenschaftler nun eine bisher der Forschung unbekannte Grabanlage mit fast fünfzig Mumien oder Mumienteilen entdeckt. Darunter seien zahlreiche Prinzessinnen und Prinzen der XVIII. Pharaonen-Dynastie, die von 1550 bis 1292 vor Christus das Land am Nil beherrschte, teilte das Antikenministerium in Kairo mit.

Die Entdeckung bei einer gemeinsamen - Ausgrabungskampagne mit Forschern der Schweizer Universität Basel sei vor allem deshalb bemerkenswert, weil sie sich im eigentlich gut erforschten Tal der Könige ereignete und dabei die Namen wohl noch unbekannter Prinzessinnen gefunden wurden.

Gräber oft mehrfach ausgeraubt - Seit drei Jahren bereits arbeiten die Archäologen an der bis dahin unbekannten Grabanlage KV 40. Von außen habe nur eine Senke im Boden auf die Präsenz eines Schachtgrabes hingedeutet, teilte die Universität Basel mit. Über den Grundriss der Ruhestätte KV 40 sei genauso wenig bekannt gewesen wie darüber, für wen sie angelegt und wer darin beigesetzt wurde.

Neben hölzernen Sarkophagen wurden auch Totenmasken und Kanopengefäße gefunden, in denen die inneren Organe der Toten nach deren Mumifizierung aufbewahrt wurden. Die Schweizer Forscher konnten bei der Untersuchung der Inschriften etwa 30 Tote identifizieren, darunter die Namen mehrerer bisher unbekannter Prinzessinnen, wie Antikenminister Mohammed Ibrahim erklärte.

Das Grab sei in der Antike und vermutlich Ende des 19. Jahrhunderts mehrfach ausgeraubt worden, erklärten die Forscher. Die Grabanlage befinde sich am Nordostende des Tals der Könige, von dem Forscher eigentlich bereits alle Geheimnisse zu kennen glaubten.

Erst im Januar hatten Archäologen in der ägyptischen Nekropole von Abydos das Grab eines bislang unbekannten Pharaos ausgegraben. Die Forscher glauben, dass es sich um König Senebkai handelt, einem Herrscher aus der Zweiten Zwischenzeit, der um das Jahr 1650 v. Chr. gelebt hat.

Bis auf das reich ausgestattete Grab von Tutanchamun wurde bisher noch kein unversehrtes Königsgrab entdeckt. Im alten Ägypten legte man den Herrschern stets reiche Gaben ins Grab, von Goldschmuck über Kleidung bis zu Nahrungsmitteln. Diese würden ihnen dann, so glaubte man damals, im Jenseits zur Verfügung stehen.

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