GESELLSCHAFT


Fast hundertprozentig wirksamer Impfstoff gegen Ebola gefunden

Baku, 23. Dezember, AZERTAC

Zwischenergebnisse sahen bereits erfolgversprechend aus, nun hat die Weltgesundheitsorganisation offiziell bestätigt, dass ein Impfstoff gegen Ebola bei Tests "fast hundertprozentigen" Schutz gebracht hat.

Das Virus wird über Körperflüssigkeiten übertragen, greift das Immunsystem und lebenswichtige Organe an. Ebola-Erkrankte bekommen Fieber, erbrechen sich, haben häufig mit lebensbedrohlichen inneren Blutungen und Schock zu kämpfen. Sobald Patienten Symptome aufweisen, ist die Krankheit hoch ansteckend. Doch nun könnte nach Einschätzung von Experten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ein "fast hundertprozentig" wirksamer Impfstoff gefunden sein.

Der in kanadischen Labors entwickelte Impfstoff rVSV-ZEBOV wurde im vergangenen Jahr im westafrikanischen Guinea getestet, erklärte Marie-Paule Kieny von WHO. Von den 6000 Menschen, die damit geimpft wurden, sei im vergangenen Jahr niemand an Ebola erkrankt. Hingegen habe es in Guinea 23 Ebola-Erkrankungen bei nicht geimpften Menschen gegeben. "Das legt nahe, dass der Impfstoff sehr effizient ist und eine bis zu hundertprozentige Wirksamkeit erreichen könnte", sagte Kieny.

Weitere Impfstoffe noch im Test - Guinea war das Land, in welchem das Ebola-Virus im Dezember 2013 zuerst aufgetreten war. Die Epidemie breitete sich anschließend auf die Nachbarländer Sierra Leone und Liberia aus, einzelne Fälle gab es auch in Mali, Nigeria und im Senegal. Durch die Epidemie wurden laut WHO bei insgesamt 29.000 registrierten Fällen in mehreren Ländernrund 11.300 Menschen getötet. Viele Experten gehen allerdings von höheren Opferzahlen aus. Inzwischen ist auch klar, dass sich das Virus während der Epidemie besser an den Menschen angepasst hat.

Die Testergebnisse zum Impfstoff wurden in der Fachzeitschrift "Lancet" veröffentlicht. Der US-Forscher Thomas Beisbert zeigte sich überzeugt von dem neuen Mittel. "Nach 40 Jahren scheint es so zu sein, dass wir nun einen wirksamen Impfstoff gegen die Ebola-Krankheit haben", so Beisbert. Der US-Konzern Merck hat die Rechte an dem Medikament, das 2018 auf den Markt kommen könnte. Weitere Ebola-Impfstoffe anderer Hersteller werden derzeit getestet.

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