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Felipe Massa philosophiert darüber, wie sich sein Alter auf sein Fahrverhalten auswirkt

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Baku, 14. Juni, AZERTAC 

Felipe Massa philosophiert darüber, wie sich sein Alter auf seine Leistung und sein Fahrverhalten auswirkt - Schon öfters in gefährliche Situation geraten

Mit 35 Jahren zählt Felipe Massa zu den ältesten Piloten im Formel-1-Fahrerfeld. Nur Jenson Button (36) und Kimi Räikkönen (36) sind noch älter. Der Williams-Pilot befindet sich in seiner 14. Formel-1-Saison, also im Spätherbst seiner Karriere und stellt fest, dass er sich im Laufe der Jahre im Motorsport doch verändert hat.

Der Brasilianer scherzt in einer Journalistenrunde: "Nichts war gefährlich, als ich ein Kind." Ob das Alter auch Vorteile mit sich bringt? "Ja, man wird erfahrener." Massa hat bereits selbst einen Sohn, Felipinho Massa (6). Zwar ist der Kleine oft mit Mutter Raffaela im Fahrerlager zu sehen, bei seiner Arbeit im Cockpit lässt sich der Vizeweltmeister von 2008 jedoch nicht davon ablenken: "Wenn ich in meinem Auto sitze, denke ich nicht an meinen Sohn oder meine Familie. Man fokussiert sich automatisch auf seine Arbeit und schaltet sonst ab", erklärt er.

Das Alter hat Spuren bei Massa hinterlassen: "Wenn man älter wird, versteht man die Dinge ganzheitlich. Es geht nicht mehr nur um die eine Qualifyingrunde", erklärt er. "Als ich mein erstes Jahr in der Formel 1 gefahren bin, ging es da immer nur ums Qualifying, Vollgas jede Runde", schildert er seine Anfänge bei Sauber 2002. Nun fährt er mit mehr Übersicht, was nicht bedeutet, dass er um vieles langsamer ist. Außerdem gibt er zu: "Ich habe natürlich viele Fehler gemacht."

Massa gibt zu: Gefährliche Situationen kommen noch heute vor - Er habe nicht so gut auf die Reifen aufgepasst, da er als Youngster einfach schnell sein wollte, gibt er zu. Diese Aussagen erinnern nun an Max Verstappen, der als 18-Jähriger zwar sehr schnell, manchmal aber auch zu riskant auf der Strecke unterwegs ist, wie in Monaco deutlich wurde. "Nichts war gefährlich für mich", erinnert sich Massa an seinen jugendlichen Leichtsinn. Er betont aber auch: "Ich denke nicht, dass die Autos, die wir heute fahren, gefährlich sind." Es geht ihm trotzdem darum, die Sicherheit der Formel-1-Autos weiter zu verbessern.

Ob er sich jemals in eine wirklich gefährliche Situation gebracht hat? "Ja, womöglich", antwortet er zögerlich und fügt hinzu: "Das mache ich immer noch. Wenn man in einer aggressiven Weise jemanden überholt oder im Qualifying in einer Runde wirklich alles versucht, was man kann, natürlich riskierst du dann", schildert er. Als Rennfahrer denkt man in solchen Situationen aber nicht wie ein normaler Autofahrer auf der Straße: "Man denkt nicht, dass man crasht oder dass es gefährlich ist."

Massa kennt sich mit riskanten Situationen gut aus, hat er in seiner Karriere doch mehrere heftige Unfälle überstanden. In Erinnerung bleibt vor allem sein Unfall 2009 in Ungarn, als sich vom vor ihm fahrenden Brawn von Rubens Barrichello eine Feder gelöst hatte und diese mit voller Wucht am Helm des damaligen Ferrari-Piloten abprallte. Massa musste die restliche Saison pausieren, konnte 2010 aber wieder einsteigen.

Daher betont er nochmals: "Es geht darum, wie man alles sicherer gestalten kann, dafür stehe ich ein. Das wird aber die Art und Weise, wie du fährst oder riskierst, nicht ändern", glaubt er.

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