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Forscher bringen Ordnung in Gerüche

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Baku, den 19. September (AZERTAG). Beim Sehen oder Schmecken kann der Mensch klar die Eindrücke seiner Sinne einsortieren. Nur bei Gerüchen funktioniert das bislang nicht. Forscher haben nun zehn Basiskategorien auserkoren.

Beißend, fruchtig, faulig – auch Gerüche lassen sich US-Forschern zufolge in grundlegende Kategorien einteilen. Ihren statistischen Ansatz stellen sie im Fachjournal „PLOS ONE“ vor. Sinneseindrücke lassen sich wissenschaftlich genau beschreiben. Farben entstehen durch bestimmte Wellenlängen des Lichts, Geräusche lassen sich in Frequenzen einordnen und es gibt fünf grundlegende Geschmacksrichtungen: bitter, süß, umami, salzig und sauer. Einzig für Gerüche existieren bisher keine solchen Kategorien.

Diese Lücke will ein Team von US-Forschern um Jason Castro vom Bates College in Lewiston (Maine/USA) schließen. „Erste Studien zeigen, dass es eine kleine Anzahl von Basisgerüchen gibt, die die gesamte Duftpalette abdecken können“, schreiben die Forscher in „PLOS ONE“. Sie legten zehn Kategorien fest: wohlriechend, holzig-harzig, fruchtig, chemisch, minzig, süß, Popcorn, Zitrone, beißend und faulig.

„Eine Handvoll Basisgerüche“ - Als Grundlage diente den Wissenschaftlern ein Standardwerk der Geruchsforschung, der „Atlas of Odor Character Profiles“ (Atlas der Gerüche) von Andrew Dravnieks aus dem Jahr 1985. Darin sind über 140 Geruchsprofile beschrieben. Diese analysierten Castro und sein Team mit einer komplexen, statischen Methode namens Nicht-Negative Matrizen-Faktorisierung (NMF). Dieser Ansatz ist neu: Bisher wurde vor allem auf chemische Analysen zur Beschreibung von Gerüchen gesetzt.

Als feststehend betrachten die Forscher ihre Kategorien nicht, dafür sei die Anzahl der untersuchten Gerüche zu gering. „Es ist weiterhin unklar, wie viele grundlegende Arten von Gerüchen es gibt. Aber unsere Studie unterstützt die Theorie, dass die Welt der Düfte klar von einer Handvoll Basisgerüchen strukturiert ist“, wird Castro in einer Mitteilung zur Studie zitiert. Von der systematischen Einordnung erhoffen sich die Forscher ein besseres Verständnis der physischen Wahrnehmung von Gerüchen.

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