WISSENSCHAFT & TECHNOLOGIE


Forscher entdecken größten Doppeldecker-Flugsaurier

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Baku, den 18. Juli (AZERTAG). Waren Vögel die ersten, die ihre Federn zum Fliegen benutzten? Forscher stellen jetzt ein Fossil vor, das eine andere These belegen soll. Schon gefiederte Dinosaurier schwangen sich in die Lüfte - und sie waren nicht einmal klein.

Er erinnert an einen Doppeldecker, und er verspricht neue Erkenntnisse über die Entwicklung des Vogelflugs. In China haben Forscher den bisher größten vierflügeligen Raubsaurier entdeckt. Changyuraptor yangi besaß zusätzlich zu seinen gefiederten Vorder- und Hinterbeinen auch außerordentlich lange Schwanzfedern, berichten die Wissenschaftler im Fachblatt „Nature Communications“. Vermutlich halfen ihm diese, die Geschwindigkeit im Sinkflug zu mindern und sicher zu landen.

Changyuraptor yangi lebte vor etwa 125 Millionen Jahren. Die erstaunlich gut erhaltenen Überreste eines Exemplars entdeckte das Team um Gang Han von der Bohai-Universität im chinesischen Jinzhou in der Provinz Liaoning im Nordosten Chinas. Dort wurden bereits zahlreiche, oft vollständige Überreste von Pflanzen, Insekten, Fischen, Fröschen, Dinosauriern und anderen Lebewesen gefunden. Die sogenannte Jehol-Gruppe ist eine der eindrucksvollsten Lagerstätten aus dem Erdmittelalter.

Der jetzt entdeckte Saurier gehört zur Gruppe der Microraptoren, nahen Verwandten der heutigen Vögel. Arme und Beine dieser Raubsaurier waren gefiedert. Ob sie aktiv fliegen konnten, eher Gleitflieger waren oder ihre Gliedmaßen anderweitig für eine aerodynamische Fortbewegung einsetzten, ist bisher nicht geklärt. Changyuraptor yangi war etwa 1,30 Meter lang, vier Kilogramm schwer und komplett gefiedert.

Aerodynamische Schwanzfedern - Auffallend waren die mit etwa 30 Zentimetern sehr langen Schwanzfedern. Es seien die längsten, die bisher von einem gefiederten Dinosaurier bekannt sind, berichten die Forscher. „Es ergibt Sinn, dass die größten Microraptoren auch besonders lange Schwanzfedern besitzen - sie benötigen die zusätzliche Kontrolle“, erläutert Michael Habib von der University of Southern California in Los Angeles (US-Bundesstaat Kalifornien).

Die Entdeckung des Dinosauriers bekräftige die Ansicht, dass der Flug mit Federn nicht erst mit den Vögeln, sondern schon bei den Dinosauriern entstanden ist, schreiben die Forscher. Und: „Das neue Fossil dokumentiert, dass Fliegen bei Dinosauriern nicht auf sehr kleine Tiere begrenzt war, sondern auch für Dinosaurier mit wesentlicherer Größe galt“, sagte Luis Chiappe vom Natural History Museum of Los Angeles County. „Es sind natürlich noch mehr Belege nötig, um die Nuancen des Dinosaurierflugs zu verstehen, aber Changyuraptor ist ein riesiger Sprung in die richtige Richtung.“

Der Fund zeigt allerdings auch, wie schwierig es sein kann, zwischen Dinosauriern und Vögeln zu unterscheiden. Wenn heute jemand den Changyuraptor zu Gesicht bekäme, „würde er wahrscheinlich sagen: 'Hey, was für ein merkwürdiger Vogel!“, sagte Alan Turner von der Stony Brook University in New York, einer der Autoren. Man könne sich den Raubsaurier als mittelgroßen Truthahn mit sehr langem Schwanz vorstellen.

Dass vieles auf diesem Forschungsgebiet noch unsicher ist, zeigte diese Woche bereits eine andere Studie. Deren Autoren glauben, dass die verbreitete Ansicht, die heutigen Vögel stammten von Dinosauriern ab, falsch ist.

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