WELT


Forscher hundert Jahre altes Schiffswrack gefunden

Baku 14. Juni, AZERTAC

Es war neblig am 13. Juni 1917. Die USCGC McCulloch, ein in San Francisco stationiertes Schiff der US-Küstenwache, brach dennoch zu einer Fahrt an der Küste Kaliforniens auf. Es war seine letzte. Nach dem Zusammenstoß mit einem Passagierdampfer sank das Schiff in nur 35 Minuten im Pazifik. Die Crew konnte gerettet werden.

Knapp hundert Jahre später hat die Küstenwache ihr Eigentum wieder entdeckt, wie sie nun bekannt gab. Demnach liegt das Wrack der USCGC McCulloch nicht weit entfernt von dem Ort, an dem sie einst unterging. Dort soll sie nun auch bleiben. Starke Strömung und Sedimente machen es laut Behörde unmöglich, das Wrack sicher zu bergen. Ein Tauchroboter hat das Schiff fotografiert.

Todd Sokalzuk von der US-Küstenwache sagte, das Schiff stehe für harte Arbeit und die Aufopferung früherer Generationen zum Schutz der Nation. Damit sei es ein wichtiger Teil der amerikanischen Geschichte.

Fische verrieten das Schiff - Die US-amerikanische Ozeanbehörde (Noaa) und die Küstenwache haben das Wrack vergangenen Herbst bei einer Routineuntersuchung etwa 240 Kilometer nordwestlich von Los Angeles aufgespürt. Wissenschaftlern waren zuvor ungewöhnlich viele Fische in der Gegend aufgefallen. Ein Hinweis dafür, dass sich dort ein Schiffswrack befinden könnte, denn Fische nutzen diese gern als Versteck. Fünf Kilometer vor der Landzunge Point Conception entdeckten die Forscher schließlich das Schiff.

Es liegt etwa 90 Meter unter der Wasseroberfläche. Bis heute zu sehen ist unter anderem ein Torpedorohr und ein Teil einer bronzenen, gut drei Meter großen Propellerschaufel. Überzogen sind die Überbleibsel mit weißen Anemonen.

Einsatz im Kampf mit Spanien - In Dienst genommen wurde die McCulloch Ende des 19. Jahrhunderts. Ihren ersten Einsatz hatte sie im Spanisch-Amerikanischen Krieg im Jahr 1898 in der Manilabucht auf der philippinischen Hauptinsel Luzon. Der Krieg endete damit, dass Spanien seine letzten wichtigen Kolonien in Übersee verlor.

Nach dem Krieg patrouillierte das Schiff an der US-Westküste. Später wurde es zwischenzeitlich an die Küste Alaskas geschickt, um auf den Pribilof-Inseln Regeln für die Jagd auf Seebären durchzusetzen. In dem abgelegenen Gebiet diente die McCulloch zudem als schwimmender Gerichtssaal.

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