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Forscher in den USA melden ermutigende Ergebnisse beim Test eines Impfstoffes gegen das Ebola-Virus

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Baku, 27. November AZERTAG

Eigentlich hätten die Versuche an Menschen erst später stattfinden sollen, wegen der in Westafrika ausgebrochenen Ebola-Epidemie wurden sie jedoch vorgezogen: Der Test eines neuen Ebola-Impfstoffes in den USA ist Forschern zufolge vielversprechend angelaufen. Die Probanden hätten das Mittel gut angenommen, ihre Immunsysteme hätten auf den Impfstoff reagiert, teilten die Wissenschaftler im New England Journal of Medicine (online) auf der Basis vorläufiger Ergebnisse mit. Sicherheitsbedenken hätten sich nicht ergeben. Allerdings haben zwei der Teilnehmer vorrübergehend Fieber entwickelt.

Es handelt sich um eine sogenannte Phase-I-Studie. In dieser Studienphase soll in erster Linie die Sicherheit des Vakzins untersucht werden. Die Auswirkungen auf das Immunsystem nähren aber zugleich die Hoffnung, dass das Mittel auch effektiv sein könnte. Ausgehend von „diesen positiven Ergebnissen“, sollten jetzt rasch umfangreichere Studien folgen, kündigte der Direktor des US-Instituts für Allergien und ansteckende Krankheiten (NIAID), Anthony S. Fauci, an.

Es ist der erste Test eines Ebola-Impfstoffes an Menschen in den USA. Das Mittel namens „VRC 207“ war vom NIAID gemeinsam mit dem Pharmahersteller GlaxoSmithKline entwickelt worden. Es enthält genetisches Material vom Ebola-Virus, aber keine kompletten Viren. Eine Ebola-Übertragung sei damit ausgeschlossen, berichten die Forscher. Der Impfstoff soll das Immunsystem so anregen, dass es eine Infektion selbst bekämpfen kann.

An Affen wurde der Impfstoff bereits erfolgreich getestet. Allerdings sind solche Ergebnisse nicht automatisch auf Menschen zu übertragen. Das experimentelle Ebola-Medikament ZMapp beispielsweise hatte bei Affen sensationelle Heilungen hervorgerufen, bei Menschen half es nicht immer.

Die Untersuchungen nahe der Hauptstadt Washington werden an 20 gesunden Erwachsenen zwischen 18 und 50 Jahren vorgenommen. Die Testreihe hat Anfang September begonnen und läuft insgesamt 48 Wochen lang. Die Testpersonen bekamen zwei unterschiedlich starke Dosen gespritzt. Alle Teilnehmer hätten innerhalb von vier Wochen Antikörper gegen Ebola entwickelt - bei der stärkeren Dosierung bildeten sie auch mehr Antikörper.

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind mittlerweile knapp 5700 Menschen an der Krankheit gestorben. Am stärksten grassiert die Seuche in den drei westafrikanischen Staaten Guinea, Sierra Leone und Liberia, wo sich fast alle Todesfälle ereignet haben. Während es in Liberia Anzeichen für eine Eindämmung der Krankheit gibt, stieg die Zahl der Ansteckungen zuletzt in Sierra Leone deutlich. Das Land bat am Mittwoch die USA um Hilfe.

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