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Forscher unterm Packeis Grönlands eine Schlucht entdeckt

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Baku, den 30. August (AZERTAG). Mit Radartechnik haben Forscher unterm Packeis Grönlands eine Schlucht entdeckt, größer als der Grand Canyon. Durch sie fließt vermutlich das Schmelzwasser in den Ozean. Wie die Forscher im Magazin Science berichteten, ist sie mindestens 750 Kilometer lang und 800 Meter tief und damit deutlich länger als der berühmte Grand Canyon im Südwesten der USA.

Die bislang unbekannte Schlucht sei vermutlich älter als die Eisfläche, die Grönland seit Millionen von Jahren zudeckt. Sie hat die Form eines sich schlängelnden Flußbetts und reicht vom Zentrum bis zur Nordspitze der größten Insel der Welt.

Das Forscherteam unter Leitung von Jonathan Bamber von der School of Geographical Sciences im englischen Bristol vermutet, dass der Canyon eine wichtige Rolle dabei spielt, das Wasser aus dem Schmelzprozess an der Oberfläche des Packeises zum Rande der Eisfläche und damit letztlich in den Arktischen Ozean zu leiten.

Schon vor dem Entstehen der Eisfläche vor mindestens vier Millionen Jahren sei die Schlucht als Bett eines gigantischen Flusssystems ein wichtiger Weg für den Wasserabfluss von der Insel gewesen. Die Präsenz der Schlucht erklärt laut Science, warum es unter dem grönländischen Packeis im Gegensatz zu anderen arktischen Regionen keine Seen gibt.

Entdeckt wurde der Canyon mithilfe von Radarbeobachtungen. Bamber und sein Team werteten gigantische Mengen an Radardaten aus, die über Jahrzehnte hinweg von der US-Raumfahrtbehörde Nasa sowie von Forschern aus Großbritannien und Deutschland gesammelt worden waren. In bestimmten Frequenzen können die elektromagnetischen Wellen des Radars das Packeis durchdringen; dann prallen sie von dem darunter liegenden Fels ab. Indem sie alle Radardaten systematisch auswerteten, entdeckten die Wissenschaftler den Canyon und konnten seine Form rekonstruieren.

Die Entdeckung der Schlucht widerlege die Annahme, dass die Landschaft der Erde bereits vollkommen erforscht und kartographisch erfasst sei, sagte Bamber. „Unsere Forschungen zeigen, dass es noch immer viel zu entdecken gibt.“

 

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