GESELLSCHAFT


Forscher werden die Impfung gut vertragen

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Baku, 25. Juli, AZERTAC

30 Jahre lang wurde geforscht, unter anderem mit Geld der Bill und Melinda Gates Stiftung. Nun will die EU-Arzneimittelbehörde den weltweit ersten Malaria-Impfstoff zulassen - trotz Bedenken.

Mehr als eine halbe Million Menschen sterben jährlich an Malaria. Die meisten Opfer sind Kinder unter fünf Jahren, die in afrikanischen Ländern südlich der Sahara leben. Für diese besonders gefährdete Gruppe wird wohl bald ein Impfstoff auf den Markt kommen, der zumindest einen Teil der Krankheitsfälle verhindert. Für Afrikaurlauber ist er nicht gedacht.

Die EU-Arzneimittelbehörde Ema hat grünes Licht für die Zulassung des Impfstoffs gegeben, den Babys in Malaria-Risikogebieten erhalten sollen. Normalerweise folgt die EU-Kommission den Ema-Empfehlungen innerhalb eines Monats. RTS,S, auch Mosquirix genannt, wäre dann der erste zugelassene Malaria-Impfstoff überhaupt. Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat angekündigt, noch in diesem Jahr zu prüfen, wann und wie das Mittel eingesetzt werden sollte.

Der Pharmakonzern GlaxoSmithKline (GSK) hat RTS,S zusammen mit der PATH Malaria Vaccine Initiative über einen Zeitraum von rund 30 Jahren entwickelt und erprobt. Die Bill & Melinda Gates Foundation finanzierte die Forschung mit.

Der Impfstoff wirkt nur begrenzt. 2011 und 2012 veröffentlichte Studien zeigten. Die Zahl der Malaria-Fälle von sechs bis zwölf Wochen alten Babys konnte um circa 27 Prozent gesenkt werden. Bei den 5 bis 17 Monate alten Babys reduzierte er die Malaria-Fälle um rund 46 Prozent. Die Ema empfiehlt dennoch, den Impfstoff in beiden Altersgruppen einzusetzen. Insgesamt sind laut GSK vier Impfdosen nötig.

Nach Aussage beteiligter Forscher werde die Impfung gut vertragen. Vereinzelt habe es Fälle von Hirnhautentzündungen bei geimpften Kleinkindern gegeben. Ob diese mit der Impfung in Zusammenhang stünden, sei jedoch unklar.

In Kombination mit Moskitonetzen und Insektiziden - RTS,S allein sei nicht die Antwort auf Malaria, sagte GSK-Vorstandschef Andrew Witty. Aber zusammen mit anderen Maßnahmen könne es einen Beitrag dazu leisten, Kinder in Afrika vor der Tropenkrankheit zu schützen.

Die Malaria-Erreger werden von Stechmücken übertragen. Moskitonetze sind deshalb ein wesentlicher Bestandteil der Prävention, ebenso wie Insektizide. Durch ihren Einsatz konnte die Zahl der Malaria-Fälle in den vergangenen Jahren bereits deutlich reduziert werden.

Der Impfstoff enthält ein Protein des Malaria-Erregers Plasmodium falciparum sowie einen Wirkverstärker. Er regt die Produktion von Antikörpern an, die verhindern, dass die Parasiten die Leber erreichen und die Krankheit vorantreiben.

GSK hat sich verpflichtet, den Preis des Impfstoffs so festzulegen, dass er die Herstellungskosten deckt und fünf Prozent Gewinn abwirft. Dieser Gewinn soll wieder in die Forschung von Impfstoffen gegen Malaria oder andere vernachlässigte Tropenkrankheiten gesteckt werden.

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