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Foxconn stoppt Produktion in Vietnam

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Baku, den 16. Mai (AZERTAG). Die Proteste gegen die die Ölsuche der Chinesen vor der Küste Vietnams haben Auswirkungen auf die Wirtschaft. Aus Sorge vor Angriffen schickte der Elektronikkonzern Foxconn die Beschäftigten in seinen vietnamesischen Fabriken für einige Tage nach Hause.

Wegen anti-chinesischer Krawalle in Vietnam will der weltgrößte Auftragsfertiger Foxconn seine Produktion in dem Land für drei Tage stoppen. Aus Sorge um die Sicherheit seiner Angestellten würden alle Beschäftigten des Unternehmens für drei Tage beurlaubt, sagte ein Foxconn-Sprecher am Freitag auf Anfrage.

Aus Wut über eine chinesische Ölplattform vor der Küste Vietnams hatten Demonstranten diese Woche Hunderte chinesische und auch taiwanische Fabriken angegriffen. Mehr als ein Dutzend Gebäude wurden in Brand gesetzt, in großen Städten fanden Massendemonstrationen statt. Am Donnerstag wurden bei Protesten in einer taiwanischen Stahlhütte im Industriekomplex Formosa in der Zentralprovinz Ha Tinh ein Chinese getötet und fast 150 weitere Menschen verletzt. Die Regierung in Peking äußerte ihre „ernste Besorgnis“ über die Vorfälle.

Der in Taiwan beheimatete Konzern Foxconn produziert Geräte für zahlreiche westliche Unternehmen und ist besonders als Auftragsfertiger für Apple bekannt. Seine Fabriken liegen größtenteils in China.

Peking will Ölsuche fortsetzen - Ungeachtet der Proteste will die Regierung in Peking an den Bohrungen festhalten. Der Generalstabschef der Volksbefreiungsarmee, Fang Fenghui, sagte am Donnerstag in Washington, China werde „die Sicherheit der Ölplattform gewährleisten“ und dafür sorgen, dass der Betrieb dort weiterlaufen könne. China könne nicht akzeptieren, dass Vietnam Schiffe in die Gegend geschickt habe, um die Arbeiten zu stoppen. Die Plattform befinde sich in chinesischen Hoheitsgewässern, sagte der General nach einem Treffen mit US-Generalstabschef Martin Dempsey.

China und Vietnam streiten sich seit Jahrzehnten um Inseln im Südchinesischen Meer. Der Konflikt hatte sich Anfang Mai zugespitzt, als Peking eine Tiefseebohrplattform vor die Paracel-Inselgruppe verlegte. Hanoi schickte Schiffe in die Gegend, die dort nach eigenen Angaben von chinesischen Schiffen angegriffen und gerammt wurden. China warf seinerseits den vietnamesischen Schiffen vor, seine Schiffe dutzende Male gerammt zu haben.

Im Südchinesischen Meer kommt es im Streit um überschneidende Gebietsansprüche immer wieder zu Zwischenfällen. China beansprucht für sich fast das gesamte Seegebiet, auf dessen Grund große Rohstoffvorkommen vermutet werden. Doch auch andere Länder, allen voran Vietnam und die Philippinen, erheben Ansprüche.

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