WELT


Franzoser Solosegler Thomas stellt sensationellen Rekord auf

Baku, 26. Dezember, AZERTAC

Ganz allein die Welt umsegeln - und das in weniger als 50 Tagen. Der Franzose Thomas Coville hat einen sensationellen Rekord aufgestellt.

Thomas Coville hat die Welt in neuer Rekordzeit von 49 Tagen, drei Stunden, sieben Minuten und 38 Sekunden umsegelt. Als erster Solosegler durchbrach der 48-jährige Franzose mit seinem Trimaran "Sodebo Ultim" die 50-Tage-Schallmauer. Die bisherige Bestmarke seines Landmannes Francis Joyon aus dem Jahr 2008 unterbot der Skipper aus Rennes um acht Tage, zehn Stunden, 26 Minuten und 28 Sekunden.

Frankreichs Präsident François Hollande gratulierte und nannte Covilles Tat "eine Leistung voller Mut". Die neue Rekordzeit muss jetzt noch vom World Sailing Speed Record Council (WSSRC) ratifiziert werden. Nach Joyon und der Britin Ellen MacArthur ist Coville der dritte Solosegler, der bei der Weltumrundung einen Rekord aufstellte.

Die Start- und Ziellinie querab von Ouessant in der Bretagne erreichte Thomas Coville am ersten Weihnachtstag um 17.57 Uhr und 30 Sekunden nach 28.400 Seemeilen um die Welt. "Was für ein Geschenk! Fantastisch! Genial!", sagte Coville am Ende seines Meeresmarathons von und nach Frankreich entlang der drei großen Kaps: Kap der Guten Hoffnung, Kap Leeuwin und Kap Hoorn.

Dass sein Traum nach zehn Jahren harter Arbeit wahr geworden sei, habe bei ihm eine ganze Mischung tiefer Gefühle ausgelöst, sagte der 48-Jährige Radio France Info nach seiner Ankunft an der Ziellinie. Auf die Frage, ob er seine Leistung schon einordnen könne, sagte Coville: "Nein, gar nicht."Meine Welt war in den vergangenen 49 Tagen sehr klein, wie ein kleines Flugzeugcockpit. Mein Boot war eine Libelle und ich von der Welt getrennt."

"Psychisch hatte ich meine Höhen und Tiefen, aber ich wusste, was ich wollte", sagt Coville der französischen Zeitung "Le Parisien". "Physisch hätte ich nicht viel mehr geben können." Er habe auf seinem Törn nicht mehr als drei Stunden am Stück schlafen können.

Joyon gratulierte seinem Rivalen umgehend zu dessen Erfolg, er habe ihn verdient, sagte er. Thomas Coville gelang es erst im fünften Anlauf, Joyons Rekord zu übertrumpfen. Zwei Versuche musste er abbrechen, bei zwei weiteren Weltumrundungen war er zu langsam.

Auf die jetzige Tour hatte der Vater von zwei Kindern sich zwei Jahre vorbereitet. Und dieses Mal stimmte alles. Das 31 Meter lange und 21 Meter breite Trimaran-Geschoss blieb verschont von Materialbruch, die Winde waren meist günstig, wenn auch im Indischen Ozean mit 40 Knoten und zehn Meter hohen Wellen brutal.

Nachdem er seine letzte Nacht mit Teammitgliedern auf See verbrachte, lief Coville mit "Sodebo Ultim" am Morgen des zweiten Weihnachtstags um zehn Uhr in Brest ein. Dort wurde er am Quai Du Commandant Malbert von Tausenden Fans stürmisch gefeiert. Covilles größter Wunsch: "Ich möchte schlafen und meinen Geist ruhen lassen."

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