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Frauen in China verdingen sich als Wanderarbeiter

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Baku, den 17.September (AZERTAG). Hunderte Millionen Frauen in China verdingen sich als Wanderarbeiter - so wie Ou Mei. Seit ihr Sohn das Haus verließ, folgt sie ihrem Mann quer durch das Riesenreich. Der Fotograf Aly Song hat den harten Alltag Ous und ihrer Kolleginnen auf einer Großbaustelle in Shanghai dokumentiert.

Eigentlich wollte Aly Song eine ganz andere Geschichte einfangen, als er die Baustelle einer riesigen Wohnsiedlung in Shanghai betrat. Der chinesische Reuters-Fotograf erhoffte sich, mit seiner Kamera dokumentieren zu können, wie die vielen Wanderarbeiter ihre Freizeit nutzten. Doch nach den langen 12-Stunden-Schichten kehrten die Arbeiter stets nur in ihre Baracken zurück, aßen, plauderten - und fielen in ihre Betten.

Song war allerdings erstaunt über die vielen Frauen, die er hart arbeitend auf der Baustelle sah und entschied sich, sie und ihren Alltag in der Fremde zu zeigen. Mehrmals besuchte er sie im Juli und August dieses Jahres.

Tatsächlich stellen Frauen etwa ein Drittel der Hunderte Millionen Wanderarbeiter in China. Viele von ihnen sind mittleren Alters, oft haben sie bereits Kinder großgezogen. Nun müssen sie sich mit harter körperlicher Arbeit verdingen, weil das Geld, das ihre Ehemänner nach Hause schicken, nicht reicht.

Als ungelernte Arbeiterinnen verdienen Frauen oft wesentlich schlechter als Männer - mit 13 bis 21 Dollar am Tag sind es rund 30 bis 50 Prozent weniger. Zudem werden viele von ihnen - im Gegensatz zu den Männern - nur schwarz beschäftigt. Dennoch zeigten sich viele Frauen, die Song befragte, nicht unglücklich mit ihrer Arbeit, trotz der Anstrengung und der schlechten Bedingungen auf der Baustelle.

Ein Detail fiel Fotograf Song besonders auf: „Wonach sich die Frauen - anders als die Männer - jeden Tag nach einer Zwölf-Stunden-Schicht besonders sehnten, war eine schöne Dusche.“

 

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