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Fünf Menschen mit Verdacht auf Anthrax-Infektion in Ungarn

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Baku, den 5. Juli (AZERTAG). Mit Berufung auf ausländische Massenmedien gibt AZERTAG bekannt, dass im Osten Ungarns der Verdacht besteht, dass sich fünf Menschen mit dem gefährlichen Milzbranderreger infiziert haben. Laut Behörden werden die Betroffenen derzeit in einem Krankenhaus überwacht. Nach Angaben der ungarischen Gesundheitsbehörde ANTSZ waren die Patienten mit Symptomen in die Klinik eingeliefert worden, die für eine Milzbrandinfektion typisch sind.

Laut ANTSZ sind die Erreger in gefrorenem Rindfleisch nachgewiesen worden, nachdem zwei Rinder auf einer Farm in Tiszafüred etwa 160 Kilometer östlich von Budapest illegal geschlachtet worden waren. Die fünf Patienten hätten sich vermutlich während der Schlachtung mit den Bakterien infiziert. Teile des Rindfleischs seien an eine Firma geliefert worden, die Kantinen betreibt. Das Unternehmen habe vorerst seine Essenslieferungen gestoppt.

„Die Behörden haben die notwendigen Maßnahmen eingeleitet, um jene Tiere zu impfen, die mit den Milzbranderregern in Kontakt gekommen sein könnten“, heißt es in einer ANTSZ-Mitteilung. Zudem habe die Behörde für Lebensmittelsicherheit den Fall an die Polizei gemeldet, da der Kantinenbetreiber Fleisch von einer illegalen Quelle erworben habe.

Menschen können sich über verschiedene Wege mit den Milzbranderregern infizieren: Beim Hautmilzbrand dringen die Bakterien über kleinste Hautverletzungen in den Körper ein, zum Lungenmilzbrand kommt es, wenn jemand die Sporen inhaliert. Auch über kontaminiertes Fleisch können Anthrax-Sporen in den Körper gelangen und einen Magen-Darm-Milzbrand auslösen. Zudem können die Bakterien auch beim Spritzen übertragen werden: Gelegentlich kommt es bei Heroinsüchtigen zu einem Injektionsmilzbrand.

Beim Erreger von Milzbrand, auch Anthrax genannt, handelt es sich um das Bacillus anthracis, ein stäbchenförmiges Bakterium, das im Tierreich weit verbreitet ist. Anthrax-Zoonosen, das heißt vom Tier zu Menschen übertragene Infektionen, treten aber in Industrienationen nur selten auf. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts tragen Personen, die Tierhäute, Felle, tierische Knochenprodukte sowie anderes Tiermaterial verarbeiten, ein gewisses Infektionsrisiko. Ebenso Beschäftigte in der Tiermedizin und in der Land-, Forst- und Jagdwirtschaft - aber nur, wenn sie mit infizierten Tieren in Berührung kommen.

Die Bakterien bilden Ketten: Sie bestehen im Blut von infizierten Organismen aus sechs bis acht Zellen, unter Laborbedingungen sind die Ketten dagegen viel länger. Befinden sich die Erreger in einem geeigneten Medium wie etwa Blut, werden sie zu sogenannten vegetativen Zellen. Das heißt, sie bilden zum einen weitere Sporen, zum anderen produzieren sie gefährliche Toxine (bestimmte Proteine). Die Sporen sind gegenüber Hitze und Desinfektionsmitteln hoch resistent. Im Erdboden können sie Jahrzehnte überdauern und bleiben infektiös.

Am häufigsten tritt der Hautmilzbrand auf. Letztlich führen die Toxine aus den Bakterien dazu, dass sich Flüssigkeit in den betroffenen Geweben ansammelt (Ödembildung) und Gewebe abstirbt. Je nach Art der Infektion können die Folgen unterschiedlich und auch mehr oder weniger schwerwiegend sein. Während Hautmilzbrand vergleichsweise gut zu behandeln ist, kann es etwa beim Lungenmilzbrand zu tödlichen Komplikationen kommen, wenn der Betroffene nicht rechtzeitig mit entsprechenden Antibiotika behandelt wird.

Vor kurzem hatte die US-Gesundheitsbehörde CDC Alarm geschlagen, weil etwa 75 Mitarbeiter in der CDC-Zentrale womöglich mit dem gefährlichen Milzbranderreger in Berührung gekommen waren. Die Bakterien gelten auch als Biowaffe, weshalb die US-Regierung sie laufend erforscht, um Abwehrmittel zu finden.

Mehr Details über Anthrax (Milzbrand) und seine Folgen erfahren Sie beim Robert Koch-Institut.

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