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Gaddafis Sohn droht ein Prozess

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Moskau, den 6. März (AZERTAG). Kurz vor der Entmachtung seines Vaters floh Saadi al-Gaddafi in den Niger. Nach zwei Jahren auf der Flucht ist er nach Libyen überstellt worden, teilt AZERTAG mit Berufung auf ausländische Presseberichte mit. Ihm droht ein Prozess. Der Niger hat Saadi al-Gaddafi, einen der Söhne des früheren libyschen Machthabers Muammar al-Gaddafi, an Libyen ausgeliefert. Gaddafi befinde sich in der Obhut der Polizei und werde „gemäß internationalem Recht zur Behandlung von Gefangenen“ behandelt, teilte die libysche Regierung mit.

Saadi al-Gaddafi war bereits im September 2011 und damit kurz vor der Entmachtung seines Vaters in das Nachbarland geflohen. Damals erklärte Nigers Präsident Mahamadou Issoufou, man werde al-Gaddafi aus humanitären Gründen Asyl gewähren.

In Tripolis droht al-Gaddafi der Prozess. Libyens Behörden werfen ihm unter anderem vor, in die gewaltsame Niederschlagung der Revolte verwickelt gewesen zu sein und sich an öffentlichem Vermögen bereichert zu haben.

Anders als seinem Bruder Saif al-Islam wurden Saadi keine politischen Ambitionen nachgesagt. Während Saif als Nachfolger seines Vaters gehandelt wurde, interessierte sich Saadi mehr für Fußball und spielte auch selbst einige Jahre in verschiedenen Vereinen.

Saif al-Islam al-Gaddafi wurde bereits im November 2011 festgenommen und wird seither von libyschen Milizen festgehalten. Er soll sich demnächst vor dem Strafgericht in Libyen wegen Mordes, Hochverrats und Plünderei verantworten. Andere Familienmitglieder des Gaddafi-Clans haben in Oman Asyl erhalten.

 

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