GESELLSCHAFT


Gericht in Japan verbietet Betrieb von Kernkraftwerk

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Baku, den 22. Mai (AZERTAG). Im Kernkraft-Zentrum ihres Landes haben 189 Japaner den Neustart des Atomkraftwerks Oi gestoppt. Die Reaktoren seien unsicher, argumentierten sie - und überzeugten das Bezirksgericht.

Erstmals seit dem Unfall von Fukushima vor drei Jahren hat ein Gericht verboten, ein Kernkraftwerk wieder vollständig anzufahren. Das Bezirksgericht in der westlichen Provinz Fukui gab damit einer Klage von 189 Bürgern statt.

Die Klägergruppe hatte beanstandet, dass der Betreiber Kansai Electric Power 2012 zwei von vier Reaktoren im Kernkraftwerk Oi in Fukui hochgefahren hat, obwohl die Sicherheit nicht belegt sei. Die beiden Reaktoren wurden allerdings im September zu Wartungsarbeiten erneut vom Netz genommen.

Japans Aufsichtsbehörde prüft nun, ob die Reaktoren 3 und 4 im Kernkraftwerk Oi neue, verschärfte Sicherheitsauflagen erfüllen und ein zweites Mal hochgefahren werden können. Kürzlich hatte ein anderes Gericht in Osaka eine weitere Klage dagegen abgewiesen. Die Begründung: Es sei nicht angemessen, dass ein Gericht den Betrieb blockiere, bevor die Atomaufsichtsbehörde eine Entscheidung gefällt habe.

Japan hatte nach Fukushima sämtliche der 48 Reaktoren zu Wartungs- und Inspektionsarbeiten heruntergefahren. Die rechtskonservative Regierung will aber so bald wie möglich die ersten Meiler wieder hochfahren. Dazu müssen diese jedoch die neuen Sicherheitsauflagen erfüllen. Allein in Fukui stehen 14 Kernreaktoren, so viele wie in keiner anderen Provinz des erdbebengefährdeten Landes.

Tepco pumpt Fukushima-Grundwasser ins Meer - Tepco, der Betreiber des vor drei Jahren zerstörten Kernkraftwerks Fukushima Daiichi, begann damit, zunächst 560 Tonnen Grundwasser nahe der Reaktoren 1 bis 4 hochzupumpen und in den nahen Pazifik abzuleiten. Tepco versicherte, dass das Wasser unbelastet sei. Alle Strahlenwerte lägen unter der Sicherheitsgrenze.

Über das Hochpumpen soll verhindert werden, dass das Grundwasser weiter in die Fundamente der Reaktorgebäude läuft und sich dort mit verseuchtem Wasser zur Kühlung der geschmolzenen Brennstäbe mischt.

Das ist mit das größte Problem in Fukushima. Da die Reaktorgebäude Risse haben, dringen jeden Tag zusätzlich 400 Tonnen an Grundwasser ein. Ein Teil sickert ständig in den Pazifischen Ozean. Tepco will das Wasser in einem geschlossenen Kreislauf weiterverwenden und in Tanks zwischenlagern - mittlerweile Hunderte Millionen von Litern. Doch die Anlage zur Entfernung von Strahlen bereitet ständig Probleme. Seit Dienstag steht sie wieder still.

Um Geld zu sparen, stellte Tepco zudem Tanks auf, die einfach zusammengenietet wurden - mit der Folge, dass in jüngster Vergangenheit immer wieder Lecks auftraten. Tepco glaubt nun, mit dem Abpumpen und Umleiten in den Ozean den Zufluss von Grundwasser um täglich bis zu einhundert Tonnen reduzieren zu können. Zudem soll ein unterirdischer Wall aus gefrorener Erde gebaut werden, um den Wasserzufluss zu stoppen.

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