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Gigantische Heuschrecke auf dem Oberarm des kolumbianischen Spielers James Rodríguez

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Baku, den 5. Juli (AZERTAG). Während des WM-Viertelfinalspiels Brasilien gegen Kolumbien im Stadion Castelão in Fortaleza landet eine große Heuschrecke auf dem Oberarm des kolumbianischen Spielers James Rodríguez. Im Insektenland Brasilien ist dies an sich nichts Außergewöhnliches, doch in die großen Fußballarenen verirren sich Heuschrecken doch eher selten. Jedenfalls ist dies der erste Fall während dieser WM, der publik geworden ist.

Schon in der Bibel spielten diese Insekten eine große Rolle. Bis heute haben Heuschrecken eher ein negatives Image, obwohl sie in manchen Ländern zu einem wichtigen Grundnahrungsmittel geworden sind.

Heuschrecken greifen Menschen an und quälen sie. Der Schmerz, den sie zufügen, ist so stark, wie wenn ein Skorpion einen Menschen sticht. So schlimm war es für James Rodríguez während des WM-Viertelfinalspiels Brasilien gegen Kolumbien sicherlich nicht.

Im alten Ägypten zählten die Heuschrecken zu den zehn großen Plagen. Sie konnten schließlich schlagartig in gewaltiger Zahl auftreten und ganze Landstriche kahl fressen. Da war es dann nur ein schwacher Trost, dass man umgekehrt auch die proteinreichen Heuschrecken verspeisen konnte.

Schon zu biblischen Zeiten standen die Insekten auf dem Speiseplan der Menschen. Seit einigen Jahren gibt es einen neuen Trend, Insekten und insbesondere auch Heuschrecken zu verzehren. Sogar in Deutschland gibt es mittlerweile entsprechende Restaurants.

Die hebräische Sprache kennt mindestens fünf verschiedene Worte für Heuschrecke. Das unterstreicht einmal mehr die große Bedeutung dieser Tiere für Menschen im Nahen Osten. Doch die Tiere mit den sprungstarken Hinterbeinen kommen weltweit vor.

Heute unterscheiden die Biologen mehr als 26.000 verschiedene Heuschreckenarten, und jede von ihnen trägt einen eigenen lateinischen Namen. Und ständig werden noch neue Heuschreckenarten entdeckt. Forscher schätzen, dass selbst in Europa bislang erst 80 Prozent der hier lebenden Heuschreckenarten bekannt sind.

Die Heuschrecken lassen sich zwei großen Gruppen zuordnen – denen mit langen und solchen mit kurzen Fühlern. Die Experten sprechen dann von Esifera- oder Caelifera-Heuschrecken. In Brasilien, dem Land mit riesigen Regenwäldern, leben natürlich deutlich mehr Heuschreckenarten als in Europa.

Und so riesige Exemplare, wie das jetzt im brasilianischen Fußballstadion gesichtete, gibt es in Europa nicht. Wer zum ersten Mal eine Reise nach Brasilien unternimmt, ist davon überrascht, wie groß Insekten dort sein können. Die Heuschrecke von Rodríguez war für südamerikanische Verhältnisse also nicht ungewöhnlich groß.

Allen Heuschreckenarten gemein ist, dass die Männchen in der Paarungszeit mit ihren Gesängen die Weibchen anlocken. Eine in Brasilien lebende Heuschreckenart hält dabei den Hochfrequenz-Rekord: Kein anderes Tier auf der Erde nutzt zum Balzen so hohe Töne – beachtliche 150 Kilohertz. Zum Vergleich: Menschen können Klänge nur bis ungefähr 20 Kilohertz wahrnehmen.

Sollte das Tier am Oberarm also irrtümlicherweise einen hochfrequenten Balzton von sich gegeben haben – Rodríguez wird ihn ganz gewiss nicht gehört haben.

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