WIRTSCHAFT


Glencore verkauft peruanische Kupfermine an China

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Baku, den 15. April (AZERTAG). China sichert sich den Rohstoffnachschub weltweit. Ein Konsortium aus drei chinesischen Unternehmen kauft dem Rohstoffgiganten Glencore Xstrata ein riesiges Kupferprojekt in Peru ab - für einen überraschend hohen Preis.

Chinas Hunger auf Rohstoffe bleibt trotz derzeit trüber Wirtschaftsaussichten groß. Für rund sechs Milliarden Dollar kauft ein Konsortium von drei chinesischen Unternehmen dem internationalen Rohstoffkonzern Glencore Xstrata eine der künftig weltweit größten Kupferminen in Peru ab, wie beide Seiten mitteilten. Analysten sprachen von einem überraschend guten Geschäft für Glencore angesichts der derzeit sinkenden Rohstoffpreise.

Gleichzeitig kündigte der Konzern an, den kanadischen Öl- und Gasförderer Caracal Energy für mehr als 1,3 Milliarden Dollar zu übernehmen, das Unternehmen ist ausschließlich im Tschad aktiv. Mit dem Verkauf erfüllt der in der Schweiz ansässige Konzern eine im Zuge der Übernahme des Bergbaukonzerns Xstrata durch Glencore gestellte Bedingung des chinesischen Kartellamts. Bei dem Zusammenschluss hatten wegen der großen globalen Bedeutung Wettbewerbshüter rund um die Welt ein Mitspracherecht.

Der vereinbarte Preis für die Kupfermine „Las Bambas“ liegt bei 5,85 Milliarden Dollar. Zudem zahlt das vom staatlichen Rohstoffhändler China Minmetals angeführte Konsortium die in diesem Jahr bis zur endgültigen Übernahme der Mine anfallenden Erschließungskosten. Im ersten Quartal beliefen sich diese auf 400 Millionen Dollar. Las Bambas gilt als eine der künftig größten Abbaustellen für Kupfer. Im kommenden Jahr soll die Förderung beginnen und auf rund 400.000 Tonnen pro Jahr anwachsen.

Zahlreiche Bergbaukonzerne wie BHP Billiton und Rio Tinto trennen sich derzeit von Randgeschäften, um sich auf einige wenige, besonders profitable Abbauprojekte zu konzentrieren. Viele Analysten gingen zuletzt davon aus, dass der von der stetig wachsenden Nachfrage aus China ausgelöste Rohstoffboom zu Ende geht.

Die Übernahme in Peru werteten Experten nun als Zeichen dafür, dass sich China von Schwankungen am Markt nicht vom Kurs abbringen lässt, seine Rohstoffversorgung durch die Übernahme von Minen in aller Welt langfristig zu sichern.

Glencore will mit dem Verkaufserlös zunächst seine Schulden senken. Zudem soll nach Unternehmensangaben im Gegenzug verstärkt in andere Projekte investiert werden. Analysten denken dabei vor allem an Abbaustellen in Afrika.

 

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