WIRTSCHAFT


Goldpreis-Absturz kostet Schweizer Nationalbank Milliarden

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Baku, den 30. Juli (AZERTAG). Tausende Tonnen Gold haben die großen Notenbanken weltweit gehortet - nun könnte sie diese Sammelleidenschaft teuer zu stehen kommen. Weil der Goldpreis zuletzt stark gefallen ist, musste die Schweizer Nationalbank allein im ersten Halbjahr mehr als 13 Milliarden Franken abschreiben.

Der jüngste Goldpreis-Absturz kommt die Schweizer Nationalbank (SNB) teuer zu stehen. Insgesamt mussten die Notenbanker im ersten Halbjahr 2013 einen Verlust von 7,3 Milliarden Franken hinnehmen, wie sie am Dienstag in Bern mitteilten. Das entspricht knapp 5,9 Milliarden Euro.

Hauptgrund für den hohen Verlust waren Abschreibungen auf den Goldbestand der SNB. Die Nationalbank hortet nach eigenen Angaben 1040 Tonnen des Edelmetalls - deren Wert im ersten Halbjahr um rund 13,2 Milliarden Franken gefallen ist.

Schadensbegrenzung gelang der SNB dagegen mit Devisengeschäften. Hier machte sie in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres 5,8 Milliarden Franken Gewinn.

Zentralbanken passen die Bewertung ihrer Goldreserven von Zeit zu Zeit an die Marktpreise an - dadurch können auf dem Papier hohe Gewinne oder Verluste entstehen. Auswirkungen auf den Staatshaushalt hat das in der Regel nicht.

Der Goldpreis war in den vergangenen Monaten kräftig gefallen. Lag er im Herbst 2012 noch bei rund 1800 Dollar pro Feinunze, stürzte er bis auf 1200 Dollar ab. Zwischen April und Juni erlebte er den kräftigsten Kursrutsch seit 1920.

Einen wichtigen Grund dafür lieferte die US-Notenbank Fed: Weil sie ein Ende ihrer ultralockeren Geldpolitik in Aussicht stellte, verkauften viele professionelle Investoren ihre Goldbestände. Die Zentralbanken halten aber nach wie vor an ihren Reserven fest.

Auch die Bundesbank hortet gewaltige Goldbestände. Ende 2011 waren es 3396 Tonnen. Das sind die zweithöchsten Reserven der Welt, nach den USA.

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