WIRTSCHAFT


Google kauft Nest Labs für 3,2 Milliarden Dollar

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Baku, den 14. Januar (AZERTAG). Es ist die zweitgrößte Übernahme in der Google-Geschichte. Der Internetkonzern kauft den Thermostat- und Rauchmelderhersteller Nest Labs für mehr als drei Milliarden Dollar. Das Unternehmen baut Haushaltsgeräte im Apple-Design.

Google setzt auf den Trend zur Online-Vernetzung von Hausgeräten. Der Internetkonzern kauft für 3,2 Milliarden Dollar den Thermostat- und Feuermelderhersteller Nest Labs. Die Übernahme des US-Unternehmens soll in den kommenden Monaten vollzogen werden, teilte Google Chart zeigen am Montagabend im kalifornischen Mountain View mit. Nest beschäftigte zuletzt rund 280 Mitarbeiter.

Der Kauf ist der zweitgrößte in der Geschichte Googles. Lediglich für Motorola zahlte das Unternehmen 2012 mit 12,5 Milliarden Dollar mehr. Der Suchmaschinenbetreiber übernimmt mit Nest Labs auch ein gefeiertes Designteam ehemaliger Apple-Mitarbeiter, darunter Nest-Mitgründer Tony Fadell. Er werde das 2010 gegründete Unternehmen weiter als eigenständige Marke führen, teilte Google mit. Fadell gilt als einer der Väter von Apples Musikplayer iPod. Vor einigen Wochen hatte er eine beschleunigte Expansion nach Europa angekündigt.

Nest Labs ist zwar ein junges Unternehmen, hatte aber bereits großen Erfolg mit einem lernfähigen Heizungsregler. Das Design - oft weiß und minimalistisch gehalten - erinnert wohl nicht ganz zufällig stark an Apple-Produkte. Das Ziel von Nest sei, ungeliebte aber wichtige Hausgeräte neu zu erfinden, heißt es in der Google-Mitteilung.

Zu Google kommen mit der Übernahme auch die Daten von den installierten Geräten - Nest wertet sie aus, um die Technik zu verbessern. „Wir sehen, wenn Leuten ihr Toast verbrennt oder Kohlenstoffmonoxid austritt“, hatte Fadell Anfang Dezember auf der Konferenz LeWeb in Paris gesagt. Jetzt betonte Nest in einem Blogeintrag, die Daten würden auch künftig nur für Betrieb und Verbesserung seiner Geräte und Dienste eingesetzt.

Nest sei bewusst, dass Menschen Informationen aus ihrem Haushalt als eine sehr private Angelegenheit sähen, hatte Fadell in Paris gesagt. Die Firma habe deshalb ein eigenes Hacker-Team, um nach eventuellen Schwachstellen zu suchen. Behörden könnten unter Umständen Zugang zu den Informationen bekommen, aber nur in Einzelfällen. „Wenn jemand an Daten aus einem Haushalt heranwill, muss er zu mir oder meinem Mitgründer kommen und das gut begründen.“

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