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Graf von Faber-Castell Anton-Wolfgang ist tot

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Baku, 22. Januar, AZERTAC 

Er leitete die Stiftemarke Faber-Castell in achter Generation - nun ist Anton-Wolfgang Graf von Faber-Castell im Alter von 74 Jahren gestorben.

Der Chef des Stifteherstellers Faber-Castell, Anton-Wolfgang Graf von Faber-Castell, ist tot. Er starb am Donnerstag nach schwerer Krankheit im Kreis seiner Familie in Houston im US-Bundesstaat Texas. Der Unternehmer wurde 74 Jahre alt und hinterlässt seine Frau und vier Kinder. Er leitete Faber-Castell seit fast 40 Jahren in der achten Generation.

Der 1941 in Bamberg geborene Graf von Faber-Castell studierte zunächst Jura und war dann sechs Jahre lang als Investmentbanker in London und New York tätig. 1978 wurde er alleiniger geschäftsführender Gesellschafter der Faber-Castell-Gruppe und später mit der Umwandlung in eine nicht börsennotierte Aktiengesellschaft deren Vorstandsvorsitzender.

Faber-Castells Sohn Charles trat vor zwei Jahren in das Unternehmen ein, zuvor hatte er ebenfalls als Investmentbanker gearbeitet. "Das ist eine Grundregel bei uns, das man erst mal selbstständig sein muss, bevor man ins Unternehmen kommt", sagte Faber-Castell in einem Interview. Bei der Erziehung seiner Kinder habe er immer darauf geachtet, sie in Normalität aufwachsen zu lassen und zu Bescheidenheit, Toleranz und Zivilcourage zu erziehen. Im November stieg zudem Ehefrau Mary von der Geschäftsführung der Kosmetiksparte in den Vorstand der AG auf, wo auch ein Bruder des Verstorbenen tätig ist.

Der Unternehmer galt als höflicher und aufmerksamer Gesprächspartner, zudem als stilbewusst. Er spielte gern Tennis und fuhr Ski, zudem sammelte Faber-Castell schon als junger Mann Kunst, vor allem zeitgenössische Zeichnungen. Er selbst zeichne allerdings höchstens in langweiligen Besprechungen auf den Rand seiner Unterlagen, sagte er einmal.

Im laufenden Geschäftsjahr erwartet Faber-Castell mit weltweit rund 7500 Mitarbeitern einen Rekordumsatz von mehr als 600 Millionen Euro. Zum Ertrag macht das Unternehmen mit den kämpfenden Rittern im Logo traditionell keine Angaben. Seit mehr als 250 Jahren produziert das Traditionsunternehmen unter anderem in Stein bei Nürnberg. Der Hersteller von Schreib-, Zeichen- und Kosmetikstiften erwirtschaftet rund 70 Prozent seines Umsatzes im außereuropäischen Ausland.

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