WISSENSCHAFT & TECHNOLOGIE


Gravitation des Mondes hilft bei der Energiewende

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Baku, 21. Juli, AZERTAC

Die Gravitation des Mondes hilft bei der Energiewende. Wenn Wolken Solarmodule verdunkeln oder Flauten Windrotoren bremsen, soll die Schwerkraft des Mondes es richten. Sie hebt und senkt so regelmäßig wie ein Uhrwerk zweimal am Tag die Pegel der Ozeane. Wo Sonne und Wind oft unzuverlässig sind, bietet die Berechenbarkeit der Gezeiten eine fantastische Möglichkeit:

Menschen können mit ihrer Hilfe in Gezeiten-Kraftwerken Strom erzeugen, ebenfalls ganz ohne klimaschädliche Produktion von Kohlendioxid (CO2). Ingenieure von GE setzen auf die Kraft der Gezeiten. In Pentland Firth vor den schottischen Orkney-Inseln brandet das Meer unablässig an die Felsen der steilen Küste. Zwischen Ebbe und Flut liegen dort über zehn Meter Unterschied in der Tide. Kaum schwächer sind Wellen vor der walisischen sowie der französischen Küste im Ärmelkanal. Dort werden 16 Meter große Turbinen 35 Meter tief in das Wasser des Atlantiks versenkt.

Vor der Bretagne erzeugen Generatoren ab Ende 2015 im Meer pro Jahr 50.000 Megawattstunden Energie in einer neuen Anlage vor Paimpol-Brehat. Vor Wales wird eine künstliche, elf Quadratkilometer große Lagune gebaut und in der Swansea Bay soll das Meer Strom für 155.000 Häuser erzeugen. Das 320 Megawatt-Kraftwerk reiche aus, berechnen die Experten von GE, um 90 Prozent der in der Region benötigten Energie sicher zu stellen – mit nur einem einzigen, klimafreundlichen Kraftwerk. Es spart durch die Nutzung der Wellenkraft gegenüber einer konventionellen Anlage zur Erzeugung derselben Menge Strom pro Jahr 236.000 Tonnen Kohlendioxid ein.

Die modernen Anlagen liefern Strom ohne die Umwelt-Nachteile älterer Gezeiten-Kraftwerke. Durch die Abriegelung der Bucht mit künstlichen Dämmen im französischen La Rance liefert das lange Zeit größte Gezeiten-Kraftwerk seit 1966 Strom. Diese künstliche Barriere behindert jedoch den freien Zug der Fische aus dem Meer in die Flüsse oder blockiert den freien Abfluss des Sediments, die von Flüssen aus dem Inland ins Meer schwemmen. Moderne Gezeiten-Kraftwerke liefern wirklich grüne Energie in großen Mengen und berechenbar.

Im US-Energie-Ministerium vertraut Mark Baker darauf, dass der Mond die weltweite Energiewende und den allmählichen Abschied von fossilen Energiequellen unterstützen wird. 1.400 Terawattstunden Energie rechneten seine Kollegen als Potenzial für die Energieerzeugung vor den Küsten der Erde aus. An der deutschen Nordsee sind die Wellenberge zwar niedriger als vor Schottland oder der Bretagne. Sie erreichen etwa dreieinhalb Meter - dennoch könnten sie in Gezeiten-Kraftwerken mit Hilfe des Mondes Energie der Zukunft erzeugen.

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