WIRTSCHAFT


Großfeuer treibt Zuckerpreis auf Jahreshoch

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Baku, den 19. Oktober (AZERTAG). Die Rauchsäulen stehen hoch über dem brasilianischen Santos. Im wichtigsten Verladehafen für Rohzucker ist ein Großbrand ausgebrochen, die Rohstoffmärkte reagieren mit deutlichen Preisanstiegen. Sollte das Feuer nicht eingedämmt werden, drohen noch drastischere Verteuerungen.

Im weltweit wichtigsten Verladehafen für Rohzucker im brasilianischen Santos wütet seit Freitagmorgen ein Großbrand. Der Hafenbehörde zufolge brach das Feuer in einem Lager für Zucker aus, inzwischen haben die Flammen vier riesige Lagerhäuser erfasst. Bis zu 300.000 Tonnen Zucker sind bisher zerstört worden. Eigentümer der Lager ist der größte brasilianische Ethanol- und Zuckerhändler Copersucar.

„Drei Lagerhäuser sind durch das Feuer zerstört, und im vierten versuchen wir das Feuer unter Kontrolle zu bringen“, sagte ein Feuerwehrsprecher. Vier Personen seien verletzt und in ein nahegelegenes Krankenhaus gebracht worden. TV-Aufnahmen zeigten einen drei Stockwerke hohen, lichterloh brennenden Zuckerberg in einem weitgehend zerstörten Lager.

Der Hafenbehörde zufolge brach das Feuer um 6 Uhr Ortszeit aus. Vorangegangen sei wahrscheinlich eine Explosion. Bei Rohstoffen wie Getreide oder Zucker bestehe bei der Lagerung gewöhnlich die Gefahr einer Staubexplosion. Insbesondere bei großen Lagermengen Zucker sind Feuer sehr schwer zu bekämpfen, da sich an der Außenschicht eine wasser- und löschschaumabweisende Kohlenstoffschicht bildet, während das Feuer im Inneren weiter wütet.

„Problematisch wird es, wenn die Terminals brennen“ - An den Rohstoffmärkten schnellte der Zuckerpreis in die Höhe. So stieg der US-Kontrakt auf Rohzucker um bis zu 6,1 Prozent und war mit 20,16 US-Cents je Pfund so teuer wie zuletzt im Oktober 2012. Auch der Preis für raffinierten Zucker verteuerte sich. Ein in London gehandelter Future kostete zum Beispiel so viel wie seit sieben Monaten nicht mehr.

„Die Kursreaktion ist durchaus gerechtfertigt“, sagte Rohstoffexperte Toby Cohen vom Zucker-Broker Czarnikow. Allerdings könnten die Preise demnach noch weitaus stärker steigen, wenn der Großbrand nicht unter Kontrolle gebracht werde. Cohen sagte, wenn das Feuer von den Lagerhäusern auf die Terminals übergreife, werde es richtig problematisch: „Die Verladeanlagen sind für den Weltmarkt wichtiger als der Zucker an sich.“

Michael McDougall von der Zuckerhandelsfirma Newedge zufolge kann es sechs Monate dauern, bis die Hafenanlagen in Santos wieder voll nutzbar sind. Copersucar betreibt insgesamt sechs Lagerhäuser mit einer jeweiligen Kapazität von 50.000 bis 100.000 Tonnen in dem Hafen. Das Unternehmen teilte mit, keine weitergehenden Informationen über Ursache und Wirkung des Großbrands zu haben.

 

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