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Guinea schließt Grenzen aus Angst vor Ebola-Epidemie

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Baku, den 9. August (AZERTAG). Das westafrikanische Guinea hat seine Grenzen zu Sierra Leone und Liberia geschlossen, um die Ausbreitung der Ebola-Epidemie zu stoppen. Die Maßnahme sei in Absprache mit den beiden Nachbarstaaten ergriffen worden, erklärte die Regierung in Conakry. So solle vermieden werden, dass weitere Infizierte ins Land kämen. Seit März sind in Guinea mindestens 367 Menschen an Ebola gestorben, 18 Kranke werden derzeit auf Isolierstationen behandelt.

In Nigeria wächst unterdessen die Sorge um eine Ausbreitung der Ebola-Epidemie in der 20-Millionen-Metropole Lagos. Die Behörden des Landes baten in einem im Fernsehen ausgestrahlten Appell Freiwillige um Hilfe bei der Eindämmung der Krankheit. Im Norden Liberias droht einer wegen der Epidemie von der Außenwelt abgetrennten Provinz offenbar eine Lebensmittelknappheit.

Zuvor hatte der nigerianische Präsident Goodluck Jonathan den nationalen Notstand ausgerufen. Er kündigte an, als Sofortmaßnahme umgerechnet 8,7 Millionen Euro für den Kampf gegen die Krankheit bereitzustellen. Geplant sind unter anderem die Einrichtung zusätzlicher Quarantänestationen sowie Kontrollen an den Grenzen. Nach Guinea, Liberia und Sierra Leone war Nigeria das vierte Land in Westafrika, wo sich das Virus ausbreitete. Von bisher neun Infizierten sind zwei gestorben.

„Wir sind wirklich besorgt um Lagos und eine mögliche Ausbreitung dort“, sagte der Sprecher der US-Gesundheitsbehörde CDC, Tom Skinner, am Freitag . Demnach entsandte das Center for Disease Control and Prevention (CDC) zusätzliches Personal nach Lagos. Insgesamt seien bereits 200 CDC-Experten in den Ebola-Gebieten im Einsatz.

Bei einer Anhörung vor einem Unterausschuss des US-Abgeordnetenhauses sagte Ken Isaacs von der christlichen Hilfsorganisation Samaritan's Purse, die Situation in Lagos drohe sich zu verschlechtern. „Es wird für drei Wochen ruhig bleiben, aber wenn es losgeht, dann mit Wucht“, sagte Isaacs. Die Inkubationszeit von Ebola, also die Zeit zwischen Ansteckung und dem Ausbruch der Krankheit, beträgt 21 Tage.

Auch das im südlichen Afrika gelegene Sambia kündigte Reisebeschränkungen wegen Ebola an. Menschen aus Ländern, in denen Ebola ausgebrochen sei, dürften nicht mehr nach Sambia einreisen. Staatsbürgern Sambias sei zudem die Reise in solche Länder verboten, teilte das Gesundheitsministerium in Lusaka mit. 

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