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Hunde sind eine freundlichere Variante des Wolfs

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Baku, 22. April, AZERTAC 

Hunde sind eine freundlichere Variante des Wolfs. Doch das gilt offenbar nur für ihr Verhalten gegenüber Menschen. Unter Artgenossen wird unser liebstes Haustier zum Rüpel.

Wölfe sind im Umgang mit Artgenossen des eigenen Rudels toleranter und weniger aggressiv als Hunde, berichten Forscher im Fachmagazin „Proceedings of the Royal Society B“. Damit widersprechen sie der landläufig verbreiteten Annahme, der kooperative und wenig angriffslustige Charakter habe Hunde zum besten Freund des Menschen werden lassen.

Forscher haben untersucht, wie tolerant Hunde und Wölfe im Vergleich mit Artgenossen umgehen. Dafür analysierten die Wissenschaftler das Verhalten von neun Wölfen und acht Mischlingshunden, die im Wolfforschungszentrum im niederösterreichischen Ernstbrunn von Menschen aufgezogen wurden.

Entspannt trotz Futterklau - Die Biologen fütterten jeweils ein ranghohes und ein rangniedriges Tier gemeinsam, entweder mit einem großen Knochen oder aber mit einer Schüssel rohem Fleisch. Ergebnis der Versuche: Während rangniedrigere Wölfe Futter auch gegenüber ranghöheren Artgenossen verteidigten, hielten sich solche Hunde gegenüber dominanten Individuen zurück.

„Sensitivität gegenüber einem höheren Rang scheint bei Hunden stärker ausgeprägt zu sein als bei Wölfen“, berichten Forscher. Gleichzeitig verfügten Wölfe über eine größere Toleranz, denn dominante Tiere duldeten Drohverhalten niederrangiger Artgenossen. Dagegen verhielten sich dominante Hunde gegenüber rangniedrigeren Artgenossen wesentlich aggressiver.

Hierarchie ermöglicht Zusammenleben mit Menschen - Die Empfänglichkeit von Hunden gegenüber Hierarchien hatte nach Ansicht der Forscher Auswirkungen auf die Domestizierung: „Als Menschen den Wolf domestizierten, selektierten sie wahrscheinlich möglichst gehorsame Tiere", erläutert Ko-Autorin Zsófia Virányi. Denn im Verhältnis von Menschen und Hunden gehe es nicht um Gleichberechtigung.

Mit der Fähigkeit, die Führung anderer zu akzeptieren, sei der Hund zum gehorsamen Partner des Menschen geworden.

Die Beziehung zwischen Hund und Mensch begann einer Studie zufolge wahrscheinlich vor 19.000 bis 32.000 Jahren in Europa. Damals hielten Jäger und Sammler als erste Menschen der Welt Hunde, wie eine genetische Studie der finnischen Universität Turku ergab. Vermutlich folgten Wölfe den jagenden Menschen auf der Suche nach Aas und Nahrungsresten, was den Anstoß für das spätere Zusammenleben gegeben habe.

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