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Hunderte Menschen protestierten gegen Polizeigewalt

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Baku, 22. September, AZERTAC

Die Stadt Charlotte im US-Bundesstaat North Carolina erlebt eine zweite Nacht mit Krawallen. Hunderte Menschen protestierten zunächst friedlich gegen Polizeigewalt, dann eskalierte die Situation. Der Gouverneur erklärte den Ausnahmezustand.

Die zweite Nacht in Folge sind in Charlotte im US-Bundesstaat North Carolina Hunderte Menschen auf die Straße gegangen, um gegen Polizeigewalt zu demonstrieren. Der Protest begann friedlich, dann eskalierte die Situation.

Laut Darstellung der "Washington Post" soll eine Gruppe Demonstranten versucht haben, Polizisten in die Lobby des "Omni"-Hotels in der Innenstadt zu folgen. Die Polizei habe daraufhin Tränengas eingesetzt.

Dann seien Schüsse gefallen, ein Mann sei zu Boden gegangen.

Gegen 21 Uhr Ortszeit meldete die Polizei per Twitter, dass ein Mann während der Proteste angeschossen worden sei, er sei wenig später im Krankenhaus gestorben. Der Mann sei nicht von den Einsatzkräften angeschossen worden, es habe sich um eine "Konfrontation zwischen Zivilisten" gehandelt.

Gegen 23 Uhr Ortszeit korrigierte die Polizei per Twitter ihre Angaben. Der angeschossene Mann sei nicht tot, sein Zustand vielmehr kritisch.

Nähere Informationen über den Vorfall gab es zunächst nicht.

An verschiedenen Stellen der Stadt soll es im Lauf des Abends zu Randale und Plünderungen gekommen sein, berichtet der TV-Sender CNN.

Am Ritz Carlton Hotel, so die "Washington Post", seien Scheiben mit Stühlen eingeworfen worden, das Hotel habe daraufhin seinen Eingang verbarrikadiert.

Das Fernsehen übertrug die chaotischen Szenen live. Die Polizei setzte Tränengas und Gummigeschosse gegen Demonstranten ein. Immer wieder waren Rufe wie "Stop shooting us" zu hören ("Hört auf, uns abzuknallen"), das Motto, mit dem die "Black Lives Matter"-Bewegung in den USA tödliche Polizeigewalt gegen Schwarze anprangert.

Der Gouverneur des Bundesstaates erklärte noch in der Nacht den Ausnahmezustand.

Die Bürgermeisterin von Charlotte, Jennifer Roberts, rief die Menschen im Fernsehen auf, zu Hause zu bleiben, nicht auf die Straße zu gehen.

Die Proteste in Charlotte wurden ausgelöst durch tödliche Schüsse auf Afroamerikaner durch die Polizei.

Am Dienstag war in Charlotte der 43-jährige Schwarze Keith L. Scott von Polizisten erschossen worden, laut Darstellung der Polizeibehörde war er bewaffnet. Die Familie des Toten dagegen sagt, er habe ein Buch in der Hand gehalten.

Am Freitag war ebenfalls ein Afroamerikaner in Tulsa im US-Bundesstaat Oklahoma von der Polizei erschossen worden, der unbewaffnet war und seine Hände erhoben hatte.

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