GESELLSCHAFT


Hunderte neue Tierarten in Asien entdeckt

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Baku, den 6. Juni (AZERTAG). Fledermäuse mit platter Nase, fliegende Frösche und eine Schlange mit Zorromaske. Über 360 neue Arten aus der bislang wenig erforschten Region am Mekong stellt der WWF in einem Bericht vor - darunter allerhand Kurioses.

Tiere, skurril wie aus dem Science-Fiction-Film - davon hat die Mekong-Region viele zu bieten. Der diesjährige WWF-Bericht „Mysterious Mekong“ aus der bislang wenig erforschten Region listet mehr als 360 neue Pflanzen- und Tierarten auf, die von Mitte 2012 bis Mitte 2013 erstmals beschrieben wurden - darunter auch zahlreiche seltsame Wesen. Etwa eine augenlose Riesenkrabbenspinne und fliegende Frösche und Geckos. Auch ein fast durchsichtiger „Penis-Kopf-Fisch“ (Phallostethus cuulong) gehört zu den Neuentdeckungen. Er trägt seine Sexualorgane gleich hinter dem Mund und paart sich Kopf an Kopf.

„Die Mekong-Region ist eine der letzten weitgehend unerforschten Ecken der Erde, ein Hotspot der biologischen Vielfalt“, erzählt Kathrin Hebel vom WWF. Seit 2008 veröffentlicht die Naturschutzorganisation jährlich einen Bericht, in dem eigene und fremde Forscherfunde zusammengefasst werden.

Die Riesenkrabbenspinne ohne Augen (Sinopoda scurion) entdeckte Peter Jäger vom Frankfurter Senckenberg-Institut in einer Höhle in Laos. Ihre Augen haben sich wahrscheinlich zurückgebildet, weil die Spinnen komplett im Dunkeln leben. „Helenas fliegender Frosch“, abgeleitet von seinem wissenschaftlichen Namen Rhacophorus helenae, hingegen liebt in Vietnam das Licht - und kann bis zu 15 Meter weit von Baumkrone zu Baumkrone segeln. Möglich wird das durch ausgeprägte Häute zwischen Fingern, Zehen und Armen des Froschs. Eine ähnliche Technik verwendet ein fliegender Gecko aus Thailand.

Seltsamer Fundort - Auf einem Fleischmarkt in Laos wurde außerdem ein Riesen-Flughörnchen (Biswamoyopterus laoensis) mit markantem rot-weißem Fell entdeckt. Sein natürlicher Lebensraum ist bisher nicht bekannt. Der Fundort ist von meist unberührtem Wald umgeben. Unter den aus WWF-Sicht erwähnenswerten Neuentdeckungen ist außerdem eine 1,3 Meter lange Wasserschlange aus Thailand, die aussieht, als würde sie eine Zorromaske tragen. In Vietnam fanden Forscher außerdem eine Blattnasenfledermaus (Hipposideros griffini) mit plattgedrückter, fleischiger Nase. Diese hilft dem Tier bei der Orientierung über Echolot.

Für den Erhalt der Artenvielfalt in der Mekong-Region die Laos, Kambodscha, Burma, Thailand und Vietnam umfasst, gibt der WWF Deutschland 3,5 Millionen Euro im Jahr aus. Seit 1997 wurden hier über 2000 neue Arten wissenschaftlich beschrieben. Doch die Artenvielfalt der Region ist bedroht. Laut WWF wurden in Südostasien seit 1990 jährlich 2,7 Millionen Hektar Dschungel gerodet und in Plantagen verwandelt. Das entspricht knapp der Fläche Brandenburgs.

Der WWF ist nicht die einzige Institution, die regelmäßig neu entdeckte Arten vorstellt. Erst Ende Mai hatte das New Yorker Institut für Artenforschung aus weltweit 18.000 neu entdeckten Spezies im Jahr 2013 die zehn skurrilsten ausgewählt. Eine Auswahl der nun vom WWF präsentierten Spezies gibt es mit Beschreibung in der Fotostrecke. 

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