GESELLSCHAFT


Im Kampf gegen das Zika-Virus

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Baku, 27. Januar, AZERTAC

Im Kampf gegen das Zika-Virus kündigt die Regierung in Brasilien einen Großeinsatz an. Mit Zehntausenden Soldaten, Abermillionen Euro und tonnenweise Gift sollen auch die Olympischen Spiele in Rio de Janeiro geschützt werden.

Kein Land ist derzeit stärker vom Zika-Virus betroffen als Brasilien. Vor allem im Norden wurden bisher knapp 4000 Fälle der sogenannten Mikrozephalie ermittelt. Dabei werden Kinder mit viel zu kleinem Schädel geboren. Experten befürchten, dass das eingeschleppte Zika-Virus dafür verantwortlich ist, das von der Ägyptischen Tigermücke Aedes aegypti übertragen wird.

Im Kampf gegen die Ausbreitung des Virus will die brasilianische Regierung nun bis zu 220.000 Soldaten einsetzen. Wie Gesundheitsminister Marcelo Castro am Montagabend nach Angaben der Nachrichtenagentur Agência Brasil mitteilte, sollen am 13. Februar die Soldaten in besonders betroffenen Gebieten von Haus zu Haus gehen, und bei der Bekämpfung der Moskitoart helfen. Aedes aegypti überträgt auch Dengue- und Gelbfieber.

"Seit 30 Jahren gibt es diese Moskitos im Land und wir haben es nicht geschafft, sie zu eliminieren", sagte Castro. Als weitere Maßnahme sollen rund 400.000 schwangere Frauen aus ärmeren Schichten, die Sozialleistungen im Rahmen des Programms "Bolsa Familia" bekommen, Moskitoschutzmittel erhalten.

Das Virus ist binnen weniger Monate bereits in 21 Ländern auf dem amerikanischen Kontinent aufgetaucht. Es kann zu Fieber und Hautausschlag führen. Vor allem aber steht es im Verdacht, schwere Fehlbildungen bei Ungeborenen zu verursachen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnt inzwischen vor einer Ausbreitung des Virus auf fast dem gesamten amerikanischen Kontinent.

Einzelne Länder griffen bereits zu drastischen Maßnahmen: In El Salvador etwa rieten die Behörden Frauen dazu, bis 2018 nicht schwanger zu werden, berichtet die "New York Times". Auch Kolumbien, Ecuador und Jamaika empfehlen Frauen, ihren Kinderwunsch aufzuschieben.

Brasilien will nun mit der Ausweitung des Mückenbekämpfungsprogramm auch Sportler und Besucher der Olympischen Spiele in Rio de Janeiro vor dem Zika-Virus schützen. An 56.000 Hotels, Bars und Restaurants im ganzen Land sei ein Maßnahmenkatalog verschickt worden, um die Art Aedes aegypti besser zu bekämpfen.

Zudem würden in Rio während der Spiele vom 5. bis 21. August Vorsorge- und Diagnosemaßnahmen verstärkt. Rund 266.000 Mitarbeiter der Gesundheitsbehörden sollen sich verstärkt der Bekämpfung der Mückenart widmen. Einen Impfstoff gegen Zika gibt es bisher nicht.

Die Ausgaben würden 2016 um 580 Millionen auf 1,87 Milliarden Real, also auf umgerechnet 422 Millionen Euro erhöht, teilte das Gesundheitsministerium in Rio de Janeiro der Nachrichtenagentur dpa mit. Allein über 550 Tonnen Anti-Moskitomittel und Pestizide sollen eingesetzt werden. Von Vorteil könnte sein, dass die Spiele im brasilianischen Winter stattfinden - damit könnte das Mückenrisiko weit geringer ausfallen.

Das Zika-Virus stammt ursprünglich aus Uganda, dort wurde es vor knapp 40 Jahren zum ersten Mal beschrieben. Einige Experten vermuten, dass das Virus mit den vielen Reisenden während der Fußball-WM 2014 nach Brasilien gelangt ist, und sich seitdem von dort weiter verbreitet.

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