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Im Norden Russlands stirbt Zwölfjähriger an Milzbrand

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Baku, 2. August, AZERTAC

Mehr als 70 Menschen sind im äußersten Norden Russlands mit Milzbrand-Verdacht ins Krankenhaus gekommen. Es ist der erste Ausbruch in der Region seit 75 Jahren.

Erstmals seit 75 Jahren ist in Nordrussland wieder ein Milzbrand-Ausbruch gemeldet worden. Ein zwölfjähriger Junge sei an dem hochgiftigen Anthrax-Erreger gestorben, acht weitere trügen ihn auf jeden Fall in sich, teilten die Behörden in Salechard am Nordpolarkreis am Montag mit.

Insgesamt sind demnach 72 Menschen mit Milzbrand-Verdacht ins Krankenhaus gebracht worden, darunter 41 Kinder. Die gesamte Region steht unter Quarantäne.

Träger des Anthrax-Erregers sind nach Behördenangaben bisher ausschließlich Rentierhirten und ihre Tiere. Mehr als 2300 Rentiere wurden bereits getötet. Experten aus Moskau stellten in der rund 2000 Kilometer entfernten Region ein Feldlazarett auf und begannen, mehr als 40.000 Rentiere zu impfen.

Historischer Friedhof als Infektionsherd? - Jamalo-Nenezki galt seit 1941 als Anthrax-frei. Experten vermuten jedoch, dass die seit mehr als einem Monat herrschenden ungewöhnlich hohen Temperaturen den Permafrost zum Schmelzen gebracht haben, in dem die tödlichen Sporen über mehr als ein Jahrhundert konserviert waren.

Ein möglicher Infektionsherd könnte demnach ein historischer Friedhof sein. Das dort lebende indigene Volk bestatte seine Toten traditionell in Holzsärgen und vergrabe diese nicht, weil der Boden früher tief gefroren gewesen sei. Aufgrund des Klimawandels sinke die Temperatur in der Region aber längst nicht mehr in extreme Bereiche, hieß es.

Milzbrand oder Anthrax ist eine bakterielle Infektionserkrankung, die meist Tiere in Afrika, Asien und Teilen Europas befällt. Gefährdet sind vor allem Paarhufer wie Rinder. Menschen in Industrieländern sind äußerst selten betroffen. Der Erreger verbreitet sich durch seine Sporen, eine Übertragung von Mensch zu Mensch gilt als unwahrscheinlich.

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