WELT


Im Tschad wieder Säbelantilopen angesiedelt

Baku. 23. Januar AZERTAC 

Sie gelten als in freier Wildbahn ausgestorben, nun sollen im Tschad wieder Säbelantilopen angesiedelt werden. Das erste in freier Wildbahn geborene Jungtier ist wohlauf.

Im zentralafrikanischen Tschad lebt dank Auswilderungen wieder ein dutzend Säbelantilopen in freier Wildbahn. Die Tiere mit den imposanten, säbelartigen Hörnern (Oryx dammah) waren seit den Neunzigerjahren nicht mehr in der Natur gesichtet worden und überlebten nur in Gefangenschaft. Einst waren sie im nördlichen Afrika weit verbreitet und bevölkerten als eines von wenigen Säugetieren die zentrale Sahara.

Nachdem die ersten 23 Antilopen schon im August 2016 in einem 80.000 Quadratkilometer großen Reservat in die Wildnis entlassen worden waren, folgen in diesen Tage die nächsten 23 Exemplare. "Bisher ist alles erfolgreich verlaufen. Wir hoffen bald auf weiteren Nachwuchs", sagte einer der Projektleiter, Biologe Jared Stabach vom Smithsonian National Zoo and Conservation Biology Institute in Washington. Das erste Jungtier, noch in Gefangenschaft gezeugt, sei schon geboren und wohlauf.

Menschliche Jagd führte zu Aussterben in der Wildnis - "Wir beobachten und überwachen die Tiere mit Hilfe von GPS-Halsbändern", so Stabach. Schon wenige Tage nach dem Aussetzen hätte sich die Herde, die bis auf zwei Exemplare zusammengeblieben sei, 60 Kilometer weit entfernt. "Sie verhalten sich normal, mit langer Mittagsruhe der Trockenzeit entsprechend."

Insgesamt sollen im Verlauf der nächsten Jahre 300 bis 500 Tiere ausgewildert werden. "Das ist das Minimum, damit die Antilopen in freier Wildbahn überleben", sagte Stabach.

Natürliche Feinde wie Geparden und Löwen gebe es in der Region für die Gras fressenden Säbelantilopen nicht mehr. Die Menschen seien bisher begeistert von der Rückkehr der Tiere. "Die größte Bedrohung wird sein, wenn sie wegen ihrer Hörner irgendwann wieder gejagt werden", sagte Stabach.

Vor ihrem Aussterben in der Wildnis wurden die Antilopen aus Autos und Flugzeugen abgeschossen. Möglichkeiten sich zu verstecken, hatten die Tiere in der Wüste nicht.

Eine solche Auswilderungsaktion in einem nicht-umzäunten Terrain sei einzigartig, so Stabach. Weltweit leben etwa 6000 bis 10.000 der Tiere in Gefangenschaft, die meisten davon in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Fast alle stammen von 40 bis 50 Tieren ab, die in den Sechzigerjahren aus der Tschad-Region gerettet wurden.

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