GESELLSCHAFT


Im westafrikanischen Guinea sterben dutzende Menschen am hochansteckenden Ebola-Virus gestorben

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Baku, den 23. März (AZERTAG). Im westafrikanischen Guinea sind mindestens 34 Menschen am hochansteckenden Ebola-Virus gestorben. Französische Experten hätten den Erreger als Ursache für eine Erkrankungswelle im Süden des Landes bestätigt, teilte das Gesundheitsministerium in der Hauptstadt Conakry mit. Die ersten Fälle waren Mitte Februar aufgetreten. Die Betroffenen litten an Durchfall, Erbrechen und Blutungen.

Experten in Guinea konnten zunächst die genaue Krankheit nicht identifizieren. Die Behörden schickten deshalb Proben an Spezialisten im französischen Lyon. Die ersten Ergebnisse von dort seien am Freitag eingetroffen und würden Ebola als Ursache des Ausbruchs belegen, sagte Sakoba Keita, der im guineischen Gesundheitsministerium für Krankheitsprävention zuständig ist.

Bisher gebe es 49 dokumentierte Fälle. Betroffen seien vier Verwaltungsbezirke in Guinea. Am Abend korrigierte Keita die Zahl nach oben, sprach von 80 Fällen und 59 Toten. Zudem wird der Krankheitsfall eines 14-jährigen Jungen im Nachbarland Sierra Leone untersucht, wie der Leiter der dortigen Gesundheitsbehörde mitteilte.

Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen kündigte an, ihr Team vor Ort zu verstärken. Derzeit seien 24 Ärzte, Krankenpfleger, Logistiker sowie Hygiene- und Sanitärexperten in Guinea im Einsatz. Sie würden in den betroffenen Gegenden Isolierstationen für Verdachtsfälle aufbauen und versuchen Menschen zu finden, die Kontakt zu den Infizierten hatten. "Das ist wichtig, um die Ausbreitung der Krankheit zu verhindern", sagte Tropenmedizinerin Esther Sterk. Von Belgien und Frankreich aus wollte die Organisation 33 Tonnen Material einfliegen lassen.

Das Ebola-Virus wird durch Blut und andere Körperflüssigkeiten übertragen. Es kann bei Menschen und anderen Primaten ein sogenanntes hämorrhagisches Fieber hervorrufen, das mit schweren inneren Blutungen einhergeht. In 25 bis 90 Prozent der Fälle verläuft die Seuche laut Weltgesundheitsorganisation tödlich, die Sterblichkeit ist dabei abhängig vom Erregerstrang. Bis heute gibt es keine Impfung oder Therapie.

 

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