WELT


Immobilienboom in China

Baku, 22. Februar, AZERTAC

Der chinesische Immobilienboom gilt als hochgefährlich. Experten sehen darin die "größte Blase der Geschichte". Nun lässt das rasante Wachstum allmählich nach. In vielen Städten sinken die Preise schon.

In China hat sich der Boom Immobilienmarkt deutlich abgeschwächt. Die Preise für neue Wohnungen seien im Januar zwar noch in 45 Städten gestiegen, teilte das Nationale Statistikamt am Mittwoch mit. In 20 Städten ging es dagegen abwärts.

Seit dem Höhepunkt des Booms im August vergangenen Jahres hat sich die Lage damit erkennbar abgekühlt. Damals waren die Preise noch in 64 Städten gestiegen und nur in vier gesunken.

In der prosperierenden Millionenstadt Shenzhen, wo der Immobilienmarkt noch Anfang 2016 kräftig boomte, fallen die Hauspreise mittlerweile. Im Januar konstatierten die Statistiker mit einem Minus von 0,5 Prozent den vierten Rückgang infolge. Inzwischen gibt es auch Berichte aus Chinas Bankenbranche, wonach einige Institute erstmals ihre Zinsen auf Immobilienkredite angehoben haben.

Die chinesische Regierung versucht seit Längerem, den Immobilienboom abzukühlen und hatte zuletzt die Bedingungen für Hauskäufe und für die Kreditvergabe verschärft. Die chinesische Notenbank kündigte an, sie werde über Kredite finanzierte spekulative Hauskäufe strikt begrenzen. Ein Mittel dafür sei auch die Steuerung über nach Städten differenzierte Kreditkonditionen.

Der Immobilienboom hat sich in China längst zum Problem entwickelt. Es sei "die größte Blase in der Geschichte", warnte im vergangenen Jahr der Chef des chinesischen Megakonzerns Dalian Wanda, Wang Jianlin.

Eigentumswohnungen und Häuser sind in China extrem beliebte Anlagen. Ein Großteil des Vermögens der Privathaushalte steckt im Immobilienmarkt. Sinken die Immobilienpreise, werden die Chinesen also ärmer - zumindest auf dem Papier. Je nach Ausmaß des Preisfalls kann das drastische Folgen für die Wirtschaftsentwicklung haben.

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