GESELLSCHAFT


In Bangladesch ist die H7N9-Gefahr hoch

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Baku, den 23. Juni (AZERTAG). Ein statistisches Modell zeigt, in welchen Regionen das Vogelgrippevirus leicht auftauchen könnte. Es belegt zudem, dass es nicht aus der Massentierhaltung auf den Menschen übergesprungen ist.

Das Vogelgrippevirus H7N9 könnte auch in Indien, Vietnam, Indonesien, Bangladesch und auf den Philippinen auftauchen. Das zumindest hat eine Studie von Forschern um Marius Gilbert von der Université libre de Bruxelles in Belgien ergeben. Die Wissenschaftler hatten sich dafür interessiert, in welchen Regionen das Virus, das in China bisher rund 450 Menschen infiziert hat, günstige Bedingungen vorfinden könnte.

Das Influenzavirus A(H7N9) ist in den meisten Fällen auf Geflügel- oder Frischemärkten von Tieren auf Menschen übergesprungen. Also suchten die Epidemiologen auf 8943 Geflügelmärkten in China nach den speziellen Bedingungen, die dort herrschen. Auf 263 dieser Märkte hatten sich Menschen mit H7N9 angesteckt. Vor allem städtische Märkte mit einer extrem engen Geflügelhaltung waren demnach ein Hort des Virus. „Wir wissen allerdings nicht, wo es als nächstes eingeschleppt werden wird“, erklärt Gilbert in „Nature Communications“.

Andere Faktoren, die einen Übergang des Virus vom Geflügel auf den Menschen erleichtern, sind offene Wasserflächen und Reisfelder, große Menschenmengen und viele Enten und Hühner. Entsprechend sei es wahrscheinlich, dass das Virus über den Geflügelhandel von einer Region zur nächsten und in andere Länder gelangen könnte.

Vor allem in einigen bislang noch nicht betroffenen Großstädten Chinas, im Gangesdelta, auf den Philippinen, an den Flussdeltas Vietnams und in bestimmten Regionen Indonesiens ist das Risiko dem statistischen Modell von Gilbert und seinen Kollegen zufolge sehr hoch. Sie hoffen, dass ihre Arbeit dabei hilft, die Vogelgrippe besser zu überwachen.

Keine Symptome beim Geflügel - Bislang ist H7N9 nur in wenigen Provinzen in Zentral- und Südchina aufgetreten. Es hat zwei epidemische Wellen gegeben. Die Daten der Wissenschaftler haben auch ergeben, dass große Geflügelhöfe wohl keine besondere Rolle beim Auftreten des Virus gespielt haben. Das schließen sie unter anderem daraus, dass es vor allem im Nordosten Chinas, in dem es viele Geflügelfarmen gibt, keine Fälle gegeben hat.

Offenbar springt das Virus also eher auf kleineren Hühnerhöfen von wilden Vögeln auf das Geflügel über. Werden diese infizierten Tiere dann auf Märkte transportiert und dort verkauft, kann das Virus leicht auf den Menschen übergehen. Das schwierige an H7N9 ist, dass infiziertes Geflügel keine Krankheitssymptome zeigt. Ohne Labortests ist es also nicht möglich überhaupt zu erkennen, ob Tiere das Virus in sich tragen.

In den ersten Monaten nach der Entdeckung von H7N9 bei Menschen im Frühjahr 2013 war die Sorge groß, dass es so mutieren könnte, dass es von einem Menschen auf den nächsten übertragen werden kann. Das ist aber, bis auf Einzelfälle, nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation bislang nicht der Fall.

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