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In Guantanamo 78 Gefangene festgehalten

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Baku, 11. Juli, AZERTAC

Rund 14 Jahre lang war ein Mann aus dem Jemen in Guantanamo Bay inhaftiert, nun wird er nach Italien überstellt. In dem umstrittenen US-Gefangenenlager werden noch immer 78 Menschen festgehalten.

Die USA haben einen 41-jährigen Mann aus dem Gefangenenlager Guantanamo Bay nach Italien entlassen. Wie das Verteidigungsministerium in Washington mitteilte, ging dem Schritt eine eingehende Sicherheitsüberprüfung voraus. Nach einem Bericht des "Miami Herald" stammt der Mann aus dem Jemen und befand sich seit 2002 in dem Lager auf Kuba.

Ihm war vorgeworfen worden, für das Qaida-Netzwerk in Afghanistan gearbeitet und gegen die USA und ihre Verbündeten gekämpft zu haben. Offiziell angeklagt wurde der Mann nie. Seine Überstellung wurde schon im Januar 2010 genehmigt, die US-Regierung sendet jemenitische Inhaftierte jedoch nicht in ihr kriegszerrüttetes Heimatland zurück. Deshalb müssen andere Länder sich bereit erklären, die ehemaligen Insassen aufzunehmen.

Ein Sprecher des US-Verteidigungsministeriums wollte nicht sagen, ob der Mann auch in Italien in Haft kommen werde. Die italienische Regierung teilte nur mit, sie nehme den Jemeniten "aus humanitären Gründen" auf.

In dem umstrittenen Lager in Guantanamo werden dem Pentagon zufolge nun noch 78 Gefangene festgehalten. Die Behörde dankte der italienischen Regierung für ihre humanitäre Geste und die Bereitschaft, die anhaltenden Bemühungen der USA zur Schließung des Gefangenenlagers zu unterstützen.

Präsident Barack Obama will Guantanamo Bay schließen, ist aber bisher am Widerstand des von den Republikanern dominierten Kongresses gescheitert.

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