WISSENSCHAFT UND BILDUNG


In Indien entdecken Forscher pflanzenähnliche Fossilien

Baku, 15. März, AZERTAC

Das eine Fossil sieht aus wie ein Faden, das andere wie ein fleischiges Geflecht einzelner Zellen. Forscher haben in Indien pflanzenähnliche Fossilien entdeckt, die deutlich älter sind als bisher bekannte Funde. Womöglich hätten sich komplexe Lebensformen früher entwickelt bisher angenommen, schreiben die Wissenschaftler im Fachblatt "PLoS Biology".

Die Fossilien, bei denen es sich wahrscheinlich um Rotalgen handelt, lagen einbettet in 1,6 Milliarden Jahre alten Phosporitgestein - ein Sedimentgestein, das vor allem in flachen Meeren entsteht. Der Fundort liegt im Distrikt Chitrakoot in Zentralindien.

"Ich musste erst mal ums Gebäude laufen" - Die fadenartigen Fossilien wurden zuerst entdeckt. Später stieß die damalige Doktorandin Therese Sallstedt dann auch noch auf die größeren und komplexeren Strukturen. "Ich war so aufgeregt, dass ich dreimal um das Gebäude laufen musste, bevor ich meinem Vorgesetzten sagen konnte, was ich gesehen habe", so Sallstedt.

Die Forscher berichten, dass sie in den Fossilien Teile von Chloroplasten identifizieren konnten. Chloroplasten sind Zellorganellen, in denen die Photosynthese stattfindet. Zudem haben sie mithilfe von Röntgenmikroskopen Strukturen in den Zellwänden entdeckt, die typisch für Rotalgen sind. Das spreche dafür, dass es sich bei den Fossilien tatsächlich um Rotalgen handele.

Trotzdem sagt Stefan Bengston, einer der Studienautoren: "Wir können nicht hundertprozentig sicher sein bei Material, das so alt ist, weil keine DNA mehr vorhanden ist. Aber die Eigenschaften passen gut zur Struktur von Rotalgen."

Der bisher älteste Fund einer fossilen Rotalge ist etwa 1,2 Milliarden Jahre alt - also 400 Millionen Jahre jünger als die neuen Funde aus Indien. Wie alt die ältesten Spuren von Leben auf der Erde überhaupt sind, darüber streiten Experten. Zuletzt gab es Berichte, wonach sich in 3,7 Milliarden Jahre alten Gesteinen aus dem Norden Kanadas Spuren von Leben finden lassen sollen.

Die Forscher um Matthew Dodd vom University College London entdeckten röhren- und fadenförmige Strukturen in uralten Ablagerungen von unterseeischen, hydrothermalen Quellen. Sie schlagen vor, dass solche Gesteine in Zukunft als mögliche Stätten für die Ursprünge des Lebens auf der Erde betrachtet werden sollten.

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