GESELLSCHAFT


In Neuseeland werden jedes Jahr echte Langohren gejagt

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Baku, 29. März, AZERTAC

Die Suche nach Schokohasen ist eine der bekanntesten Ostertraditionen. In Neuseeland aber werden jedes Jahr echte Langohren gejagt: Dieses Mal mussten knapp 10.000 Tiere dran glauben.

Wer zum ersten Mal von der "Great Easter Bunny Hunt" hört, denkt vielleicht an ein liebevoll ausgerichtetes Fest, das Kinderherzen höher schlagen lässt. Doch statt der Suche nach süßen Häschen verbirgt sich hinter dem Namen ein ziemlich blutiges Event: eine 24-Stunden-Jagd auf Rammler. Die Bilanz in diesem Jahr: 9680 tote Kaninchen - und damit mehr als 2015, wie die Zeitung "Otago Daily Times" berichtet. Aber immer noch weniger als im Rekordjahr mit 30.000 Langohren. Die Jäger hätten zudem mehr als 300 andere Tiere wie Hasen, Wiesel, Ziegen, Schweine, Truthähne, Elstern und Opossums erlegt, hieß es.

Seit 25 Jahren wird die Osterjagd in der Nähe vom neuseeländischen Otago ausgetragen. In diesem Jahr nahmen mehr als 300 Jäger in 27 Teams teil. "Es ist ein großes Spaßevent - die Jäger sind draußen und die ganze Nacht wach", sagte der Veranstalter Eugene Ferreira. Das Team "Down South" erreichte mit 889 erlegten Tieren den ersten Platz. Auf Platz zwei landeten mit 755 getöteten Rammlern die "Hopper Stoppers". Auch bei der Namensgebung scheint es demnach ziemlich viel Fun zu geben.

Nach Angaben des Ausrichters handelt es sich jedoch nur am Rande um eine spaßige Tradition. Kaninchen sind ein "sehr, sehr großes Problem". In der Tat gelten die Tiere als große Plage in Neuseeland, die ursprünglich nicht auf der Insel vorkamen und von Europäern im 19. Jahrhundert eingeschleppt wurden. "Im Gesetz über biologische Sicherheit sind Kaninchen als ungewollte Organismen klassifiziert", erklärt das Umweltamt Neuseelands. Sie vermehrten sich, nun ja, wie Karnickel, sie machten Schafen die Nahrung streitig, bedrohten heimische Pflanzen und trügen als Beute anderer eingeschleppter Raubtiere zum Aussterben heimischer Vögel und anderer Tiere bei. Schon der US-Schriftsteller Mark Twain hatte Ende des 19. Jahrhunderts auf seiner Weltreise von der Plage berichtet.

In den vergangenen Jahren hatten Tierschützer regelmäßig gegen die 24-Stunden-Jagd protestiert. In diesem Jahr soll laut Ferreira kein Aktivist anwesend gewesen sein.

Hans Kriek von der Organisation Safe kritisiert die Jagd auf Agenturnachfrage dennoch als "unmenschlich". Bei den Jägern handle es sich um eine Gruppe von Amateuren, die einen Kick beim Töten bekommen wollten. Wenn unbedingt gejagt werden müsse, dann von Profis, so Kriek.

Anders als bei der professionellen Jagd werden die erlegten Kaninchen in Neuseeland in der Regel auch nicht verzehrt. Stattdessen werden die Tiere als Düngemittel verwendet.

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