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In Peking sind konkrete Maßnahmen gegen die Umweltverschmutzung geplant

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Baku, den 20. Dezember (AZERTAG). Herzerkrankungen, Atemwegsleiden, Krebs - die extreme Luftverschmutzung in China sorgt für erhebliche Gesundheitsprobleme. Das Land plant nun massive Investitionen gegen den Smog.

Im Kampf gegen die verheerende Luftverschmutzung in China sind bis 2017 massive Investitionen in Höhe von 1,75 Billionen Yuan (210 Milliarden Euro) nötig. Diese Rechnung legte der Vizechef der Akademie für Umweltplanung, Wang Jinnan, nach Angaben chinesischer Staatsmedien auf einem Forum in Peking vor. Mehr als ein Drittel davon (rund 640 Milliarden Yuan) müssten in die Industrie fließen.

Ferner sollte knapp ein Drittel (rund 490 Milliarden Yuan) für sauberere Energiequellen aufgewendet werden. In die Autoindustrie sollten 210 Milliarden Yuan investiert werden, um umweltfreundlichere Fahrzeuge zu fördern. Die Investitionen könnten mehr als zwei Millionen Arbeitsplätze schaffen, glaubt der Experte.

Fast die Hälfte des Landes oder mehr als hundert Städte in 20 Provinzen litten im Dezember unter Smog, wie die Staatsagentur Xinhua meldete. In der alten Kaiserstadt Xi'an stieg der Index zur Luftqualität, der gefährlichen Feinstaub erfasst, am Mittwoch und Donnerstag auf Werte von 400 bis 500. Andere Städte wie Xingtai, Shijiazhuang und Handan in der Provinz Hebei oder Wuhan in Hubei lagen mit mehr als 300 auch noch auf einem „gefährlichen“ Niveau. Eine Zahl zwischen null und 50 symbolisiert exzellente Luftqualität, spätestens bei 300 wird es dagegen bedenklich für die menschliche Gesundheit. Bei 500 endet die Skala. Auch Shanghai hatte zuletzt Smogalarm ausgerufen.

Los entscheidet über Fahrerlaubnis - Ärzte warnten, dass die extrem hohen Schadstoffkonzentrationen Schlaganfälle, Herzerkrankungen, Atemwegsleiden, Geburtsschäden oder Krebs auslösen können. Viele Menschen tragen Mundschutz gegen die schlechte Luft.

Im Oktober wurden die Ergebnisse einer internationalen Studie bekannt, wonach die Lebenserwartung im smoggeplagten Norden Chinas im Schnitt fünf Jahre kürzer ist als im Süden des Landes. Die 500 Millionen Bewohner Nordchinas hätten seit Beginn der neunziger Jahre zusammen 2,5 Milliarden Jahre an Lebenserwartung verloren, schrieben die Forscher im Fachblatt „Proceedings of the National Academy of Sciences“.

Eine Hauptursache für den Smog ist neben dem wachsenden Straßenverkehr und windstillem Wetter der massive Anstieg des Kohlekonsums. China verbraucht heute fast so viel Kohle wie der Rest der Welt zusammengenommen, wie das amerikanische Energie-Informationsamt (EIA) im Oktober berichtete. Seit 2000 habe sich die Energieproduktion der aufstrebenden Wirtschaftsmacht mehr als verdreifacht.

In Peking sind bereits konkrete Maßnahmen gegen die Umweltverschmutzung geplant. Auf der Internetseite der Stadt war zu lesen, dass ab kommendem Jahr weniger Fahrerlaubnisse erteilt werden. So sollen statt bislang 240.000 Genehmigungen nur noch 120.000 zugeteilt werden. Umweltfreundliche Autos sollen bevorzugt werden. Auch für Shanghai, Guangzhou und Guiyang seien eingeschränkte Fahrgenehmigungen geplant. Wer fahren darf, soll per Auktion oder Lotterie ermittelt werden.

 

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