GESELLSCHAFT


In Südkorea stirbt dritter Mensch am Mers-Virus

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Baku, 5. Juni, AZERTAC

Der Mers-Ausbruch in Südkorea beunruhigt längst auch andere Länder. Immer mehr Menschen sagen geplante Reisen nach Südkorea ab. Dort gab es einen dritten Todesfall, weitere Menschen haben sich angesteckt.

Ein 82-jähriger Mann, der ursprünglich wegen Asthma und Lungenentzündung in einem Krankenhaus behandelt wurde, ist Mittwochnacht gestorben. Nach seinem Tod wurde bei ihm das gefährliche Mers-Virus nachgewiesen, teilte das Gesundheitsministerium in Seoul mit. Mit dem Todesfall stieg die Zahl bestätigter Fälle am Donnerstag in Südkorea auf 36.

Mehr als 1600 Menschen, die sich angesteckt haben könnten, sind in Südkorea unter Quarantäne gestellt. Der aktuelle Ausbruch ist der bisher größte außerhalb des Nahen Ostens, ein Infizierter wird zudem in China behandelt.

Gleiches Krankenzimmer - Aus Angst vor dem Mers-Virus seien mittlerweile mehr als 1100 Schulen geschlossen, hieß es vom Erziehungsministerium. Tausende Menschen in der Region haben geplante Reisen nach Südkorea storniert. Das weithin isolierte Nordkorea forderte von Südkorea Wärmekameras an, mit denen Menschen auf Fieber untersucht werden können.

Erster Mers-Patient in Südkorea war ein 68-jähriger Mann, der im Mai von einer Nahost-Reise zurückgekehrt war. Alle Folgeinfektionen bei Klinikpersonal, Patienten und Angehörigen gehen auf ihn zurück - auch der in China behandelte Mann ist der Sohn eines südkoreanischen Patienten. Am Dienstag hatten die Behörden die ersten beiden Mers-Todesfälle im Land gemeldet. Es handelte sich um eine 58-Jährige und einen 71-Jährigen, die beide Vorerkrankungen hatten.

Der nun gestorbene 82-Jährige habe ein Krankenzimmer mit Mers-Infizierten geteilt, hieß es. Zuvor hatten die Behörden fünf Neuerkrankungen seit Mittwoch gemeldet.

Erste Fälle aus Saudi-Arabien bekannt - Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnt vor einer zunehmenden Verbreitung des Virus in Südkorea. Angesichts der Reihe von Kliniken, die sich um den ersten dokumentierten Mers-Patienten im Land gekümmert hätten, „müssten weitere Fälle erwartet werden“, heißt es auf der Webseite. Ein solch großer Ausbruch sei eine neue Entwicklung außerhalb des Nahen Ostens.

Forscher haben das Mers-Virus erstmals 2012 in Saudi-Arabien nachgewiesen, der Name steht für „Middle East respiratory syndrome“, also Nahost-Atemwegssyndrom. Der Erreger wurde nach bisheriger Erkenntnis seit vielen Jahren unerkannt von Kamelen auf Menschen übertragen, kann aber auch von Mensch zu Mensch weitergegeben werden. Er gehört zu den Coronaviren, zu denen viele Erkältungsviren und auch der Sars-Erreger zählen.

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