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In den bolivianischen Anden wurde ein Massengrab entdeckt

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Baku, den 28. Juli (AZERTAG). Bei Bauarbeiten in den bolivianischen Anden ist Medienberichten zufolge ein Massengrab entdeckt worden, in dem die sterblichen Überreste von Hunderten eingeborenen Bergleuten liegen sollen. Die Bergleute hätten vermutlich während der spanischen Kolonialzeit als Sklaven und Knechte geschuftet und seien dann in dem knapp zwei Meter tiefen Erdloch verscharrt worden.

Der Fundort befinde sich im Einzugsgebiet der Gebirgsstadt Potosí, die auf 4000 Meter Höhe liegt. Potosí gehörte um das Jahr 1610 mit bis zu 150.000 Einwohnern zu den größten Städten der Welt, heute hat es etwa 200.000 Einwohner. Die Skelette wurden laut Fidel vergangene Woche auf einer Baustelle entdeckt, als Bauarbeiter mit der Konstruktion eines neuen Gebäudes in Potosí beginnen wollten. Sie seien auf einer Fläche von 16 Quadratmetern verstreut gewesen.

Augenzeugen wollen 400 bis 500 Skelette gezählt haben, vielleicht sogar noch mehr.

Während der spanischen Kolonialzeit wurde Potosí durch seine reichen Silber- und Zinnvorkommen berühmt, die ab dem 16. Jahrhundert besonders um den Berg Cerro Rico herum ausgebeutet wurden. Die Arbeitskräfte wurden seinerzeit vor allem aus dem Andenvolk der Aymara rekrutiert, ihr Dienst unter Tage war gefährlich und - wenn überhaupt - schlecht vergütet.

Experten halten es theoretisch auch für möglich, dass es sich bei dem Fund nicht um ein ausgehobenes Massengrab, sondern um eine Unglücksstelle handelt. Demnach könnten die menschlichen Überreste auch von einem Grubeneinsturz im 17. Jahrhundert herrühren. Damals kamen rund 2000 Menschen ums Leben.

Wegen des „unkontrollierten Bergbaus“ in der Region wurden Potosí und der Cerro Rico im vergangenen Monat zum geschützten Unesco-Weltkulturerbe erklärt. 

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