WIRTSCHAFT


Indische Notenbank kämpft gegen die höchste Inflationsrate in Asien

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Baku, den 28. Januar (AZERTAG). Indiens Währungshüter haben den Leitzins überraschend auf acht Prozent angehoben. Neben Inflation macht dem Land die Kapitalflucht aus Schwellenländern zu schaffen. Die türkische Notenbank dürfte dem Schritt in Kürze folgen.

Trotz einer lahmenden Konjunktur hat die indische Notenbank ihren Leitzins am Dienstag überraschend angehoben, von 7,75 Prozent auf 8 Prozent. Analysten hatten mehrheitlich damit gerechnet, dass der Zinssatz unverändert bleibt.

Die indische Notenbank kämpft gegen die höchste Inflationsrate in Asien. Zuletzt lag sie bei 9,87 Prozent und damit weit über dem Zinsniveau. Die Zentralbank will die Inflation bis Januar 2015 auf acht Prozent drücken. Von diesem Ziel sei Indien derzeit „sehr weit entfernt“, sagte Notenbankchef Raghuram Rajan. „Die Entscheidung fiel knapp aus, aber wir haben uns letztlich zum Handeln entschlossen.“ Höhere Zinsen machen Kredite teurer, was die Nachfrage und damit den Preisauftrieb dämpfen kann.

Neben hoher Inflation und schwachem Wachstum macht Indien derzeit wie vielen anderen Schwellenländern ein Verfall der eigenen Währung zu schaffen. Aus Furcht vor einer raschen Straffung der US-Geldpolitik und einer erlahmenden Weltwirtschaft ziehen sich Anleger momentan aus Schwellenländern zurück. Höhere Zinsen könnten Investitionen in diese Länder wieder attraktiver machen und damit der Lira Auftrieb geben.

Mit der Türkei dürfte am Abend ein weiteres Schwellenland seinen Leitzins anheben. Die Zentralbank hat eine Krisensitzung einberufen. Grund ist der Kursverfall der heimischen Währung Lira. Experten rechnen mit einem „aggressiven“ Zinsschritt. Derzeit liegt der Zinssatz bei 4,5 Prozent.

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