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Indische Säugetiere sind erstaunlich robust

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Baku, den 11. April (AZERTAG). Eiszeiten, Vulkanausbrüche, Menschen - Säugetiere in Indien hatten in der Vergangenheit mit vielen Widrigkeiten zu kämpfen. Dennoch gingen erstaunlich wenige Arten verloren.

Seit mindestens 100.000 Jahren trotzen die Säugetiere in Indien erfolgreich widrigen Einflüssen. Über diesen Zeitraum hielten sich anscheinend fast alle der ursprünglich auf dem Subkontinent lebenden Säugetiergruppen, viele davon sogar seit 200.000 Jahren, wie einen Studie zeigt. Der vermutliche Grund: Die Tiere hatten stets Rückzugsräume, wo sie Krisenzeiten überstehen konnten. Das berichtet ein internationales Forscherteam in den „Proceedings“ der US-amerikanischen Akademie der Wissenschaften („PNAS“).

Die Forscher um Michael Petraglia von der britischen Universität Oxford untersuchten Säugetierfossilien aus dem Billasurgam-Höhlenkomplex im südindischen Bundesstaat Andhra Pradesh. Dazu zählten etwa Leoparden, Nashörner, Rinder oder Gazellen. Im Fundgebiet erhielten sich nicht nur Überreste vieler Tiere, sondern die Abfolge der Sedimente gibt auch Einblick in ihre Lebenszeit.

Die Untersuchung zeigt, dass Säugetiere in Indien offenbar kaum Artenverluste erlitten. 20 der 21 gefundenen Gruppen leben seit mindestens 100.000 Jahren auf dem Subkontinent, manche sogar seit 200.000 Jahren. Einzige Ausnahme ist eine seltene Affenart, die eng mit Pavianen verwandt und aus der Region verschwunden ist.

Nur eine seltene Affenart ist aus Indien verschwunden - Diese Bewahrung der Arten ist erstaunlich, wurde doch auch Indien immer wieder von Naturkatastrophen und einschneidenden Veränderungen heimgesucht. Dazu zählen zwei Eis- und Warmzeiten und vor etwa 74.000 Jahren der Ausbruch des Supervulkans Toba in Indonesien, dessen Ascheregen vermutlich den gesamten Kontinent bedeckte. Auch die Ankunft des Menschen, der andernorts die Fauna ähnlich stark schrumpfen ließ wie eine Naturkatastrophe, scheint die indischen Säugetiere nicht gefährdet zu haben.

Dies stehe in starkem Kontrast zum Schicksal der Arten im nördlichen Eurasien, Nord- und Südamerika, Australien und Madagaskar, schreiben die Forscher. Sie erklären die Stabilität der Säugetier-Fauna damit, dass die Arten stets ein Netzwerk miteinander verbundener Lebensräume hatten. So fanden sie bei Gefährdung immer Rückzugsgebiete, von wo aus sie sich später wieder ausbreiten konnten. Das zeige, wie wichtig zusammenhängende Netzwerke von Lebensräumen für den Schutz bedrohter Arten seien.

 

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