WIRTSCHAFT


Inflationsdruck in China

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Baku, den 12. Juni (AZERTAG). Im Kampf gegen die Aufwertung des Yuan hat China Devisenreserven im Wert von fast 4000 Milliarden Dollar angesammelt. Die Behörden des Landes warnen jetzt vor hohem Inflationsdruck. Helfen könnte der sinkende Handelsüberschuss des Exportweltmeisters.

Die Behörden in China sehen Gefahren durch die riesigen Devisenreserven im Land. Deren übermäßiges Wachstum treibe die inländische Geldversorgung an und könnte in China Inflationsdruck schaffen, warnte der Chefvolkswirt der Devisenaufsicht SAFE, Huang Guobo. Allein im ersten Quartal erhöhten sich die Reserven um 130 Milliarden Dollar auf den Rekordwert von 3,95 Billionen Dollar (umgerechnet 2,9 Billionen Dollar). Das ist mehr als die jährliche Wirtschaftsleistung Deutschlands und entspricht gut 80 Prozent des Zentralbank-Vermögens.

Die Notenbank kauft regelmäßig ausländische Devisen in großem Stil, um die Aufwertung der heimischen Währung Yuan zu begrenzen. In den ersten fünf Monaten des Jahres verlor der Yuan sogar um mehr als drei Prozent. Durch die Eingriffe wird aber die Geldmenge aufgebläht, was wiederum die Preise nach oben treiben kann. Ministerpräsident Li Keqiang hatte erst im Mai vor Inflationsgefahren gewarnt.

Künftig dürften die Reserven langsamer wachsen, sagte der für internationalen Zahlungsverkehr zuständige SAFE-Experte Guan Tao. Ein Grund dafür sei, dass der Staat den Zufluss spekulativen Geldes eindämmen wolle. Am Markt setze sich zudem der Glaube durch, dass der Yuan-Kurs ein ausgewogenes und vernünftiges Niveau erreicht habe. Das begrenze Wetten auf eine Aufwertung des Yuan.

Auch der Abbau der Ungleichgewichte im Außenhandel wird sich laut Guan dämpfend auf die Devisenreserven auswirken. So sei der Handelsüberschuss des Exportweltmeisters im vergangenen Jahr auf zwei Prozent des Bruttoinlandsproduktes gefallen, nachdem er 2007 noch mehr als zehn Prozent betragen habe.

 

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