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Interessanter Lebensstil von Lewis Hamilton

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Baku, 8. November, AZERTAC

Lewis Hamilton verteidigt sein ausschweifendes Privatleben. Im Maybach oder seinem Privatjet schlafe er einfach am besten. Außerdem deutet er an, dass ihm die Formel-1-Welt bald zu eng werden könnte.

Formel-1-Weltmeister Lewis Hamilton ragt heraus. Nicht nur wegen seiner Hautfarbe, seiner dicken Goldketten oder der Brillantohrringe ist der erste schwarze Titelträger in der Geschichte der Königsklasse eine besondere Erscheinung. Er pflegt einen Lebensstil, mit dem wohl die wenigsten seiner 21 Rennfahrerkollegen etwas anfangen können.

Natürlich bleibe er vor Rennen bis 3.00 Uhr morgens wach und schreibe Songs, gesteht der Mercedes-Pilot in einem außergewöhnlichen Interview mit dem englischen Magazin „City A.M.“: „Trotzdem bin ich der Schnellste, wenn ich am Tag danach ins Auto steige. Das ist das beste Gefühl.“ Die Vorwürfe der Kritiker, er sei dadurch abgelenkt, wischt er weg: „Erzählt mir nicht, was ich kann und was ich nicht kann. Ich kann in einer Woche in zehn verschiedenen Ländern sein. Aber wenn ich an der Strecke auftauche, mach ich alle fertig!“

Seit der Sommerpause der Formel 1 gilt das nur noch eingeschränkt. Aus seinem komfortablen Vorsprung ist zwei Rennen vor dem Ende ein Rückstand von 19 Zählern auf seinen Mercedes-Kollegen Nico Rosberg geworden. Gewinnt Hamilton nicht am Sonntag in Brasilien (17 Uhr, RTL und welt.de), ist der Titel wahrscheinlich futsch. Ohnehin kann er seine Krone nicht mehr aus eigener Kraft verteidigen. Seinem Selbstvertrauen schadet diese Aussicht offenbar nicht. Im Gegenteil.

Wie der Brite andeutete, könnte ihm die Formel-1-Welt bald schon zu eng werden. „Es sieht so aus, als würden uns die Stars ausgehen“, sagt der einzige Weltstar des PS-Zirkus: „Aber macht euch um mich keine Sorgen. Ich werde auch danach genug zu tun haben. Ich experimentiere, lerne neue Dinge und versuche, das Maximum aus meinen Fähigkeiten zu machen.“ Im Gegensatz zu seinen Fahrerkollegen habe er auch Interessen abseits der Strecke.

„Rennfahren ist nur ein kleiner Teil von mir“ - Hamilton hat eine Band, mit der er Tonstudios anmietet und Platten aufnimmt. Er nutzt die Pause zwischen zwei Grands Prix, um Karneval in der Karibik zu feiern. Er sucht den Glamour der roten Teppiche zwischen Hollywood und Cannes. Als Nächstes plant er einen Helikopterführerschein, den Tauchschein hat er gerade gemacht. „Soweit ich weiß, interessieren sich alle anderen Formel-1-Piloten nur fürs Rennfahren. Sie haben keine anderen Hobbys, weil sie nie etwas anderes gemacht haben“, sagt Hamilton. So habe auch er die ersten 20 Jahre seiner Laufbahn verbracht: „Mir reicht das nicht. Rennfahren ist das, was ich am besten kann. Aber es ist nur ein kleiner Teil meines Lebens.“

Der Wechsel von McLaren zu Mercedes zu Beginn der Saison 2013 sei dabei ein Befreiungsschlag gewesen: „Erst da habe ich angefangen, eigene Entscheidungen zu treffen. Ich habe einige Scheuklappen entfernt.“ Eine dieser Entscheidungen war der Ausbau seiner stattlichen Autosammlung. Dabei gehe es ihm vor allem um Aussehen und Sound, weniger um die Geschwindigkeit. Und natürlich um den Luxus. „Ehrlich gesagt ist der Maybach ein tolles Auto, um darin zu schlafen“, findet der 31-Jährige: „Ich schlafe in einem Maybach oder meinem Privatjet besser als in einem Bett.“

Dabei ist er wohl nicht immer allein, wie der Mann aus Stevenage andeutet. „Es gibt viele schöne Frauen da draußen, das ist definitiv gut“, sagt er angesprochen auf seine vermeintlichen Affären mit Kendall Jenner, Gigi Hadid und Rihanna: „Ich kann mich definitiv nicht beschweren.“ Dass das nicht immer nur für Jubelstürme bei seinem Arbeitgeber sorgt, nimmt er gern in Kauf. „Es ist nicht gut für Mercedes, aber das ist mir egal. Was die Gossip-Magazine schreiben, ist mir egal und hält mich auch nicht davon ab, Rennen zu gewinnen.“ Den Beweis muss er am Sonntag in Interlagos antreten.

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