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Internationales Forscherteam fordert zum Schutz der Umwelt strengere Auflagen für Fracking

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Baku, den 5. August (AZERTAG). Zerklüftete Lebensräume, geheime Chemikalien, unklare Folgen: Forscher wollen, dass die Menschheit aus Fehlern lernt. Ein Problem sehen sie auch in der Zurückhaltung von Informationen zu Unfällen. Ein internationales Forscherteam fordert zum Schutz der Umwelt strengere Auflagen für Fracking. Politik, Wissenschaft und Industrie müssten zusammenarbeiten, um die Risiken der Technologie zu minimieren, fordern die Forscher um Viorel Popescu von der Simon Fraser University in Burnaby (Kanada) in der Zeitschrift „Frontiers in Ecology and the Environment“.

Hintergrund ist der rasante Anstieg der Erdgasgewinnung aus Gesteinsporen durch Fracking vor allem in den USA, aber auch in Kanada und europäischen Ländern. Beim „Hydraulic Fracturing“ wird Gestein in der Tiefe mit hohem hydraulischen Druck aufgebrochen. Um das Gas fördern zu können, wird in der Regel ein flüssiges Gemisch aus Wasser, Sand und Chemikalien in den Boden gepresst. Dadurch entstehen Risse im Gestein, durch die das Gas entweichen und über Bohrrohre an die Oberfläche gelangen kann.

Die Forscher finden in ihrer Arbeit gleich mehrfach Grund zur Sorge. So könnten die verzweigten Netze von Straßen, Förderanlagen und Pipelines Lebensräume von Tieren und Pflanzen aufsplittern. Zudem seien die Folgen der Technologie und der eingesetzten Chemikalien für die Umwelt kaum erforscht. Insbesondere bemängeln die Forscher, dass Informationen zu Unfällen unter Verschluss gehalten werden. Nur fünf von 24 betroffenen Bundesstaaten hätten öffentliche Register zu Unfällen.

Darüber hinaus blieb derzeit in Nordamerika ein großer Teil der eingesetzten Chemikalien geheim. Durchschnittlich würden bei jeder dritten Bohrstelle nicht genannte Chemikalien eingesetzt. Teilweise würden sogar mehr als 20 Stoffe eingesetzt, die nicht genannt würden. Dies sei besonders beunruhigend, da das Gemisch aus eingesetzter Spülflüssigkeit und Rückflusswasser krebserregende oder radioaktive Stoffe enthalten könne.

„Frühere Lektionen von groß angelegter Ressourcengewinnung und Energieerschließung – große Dämme, intensive Forstwirtschaft oder Anbau von Biotreibstoffen – haben gezeigt, dass eine Entwicklung, die das Verständnis ökologischer Folgen übersteigt, schreckliche unbeabsichtigte Konsequenzen haben kann“, wird Koautorin Maureen Ryan in einer Mitteilung ihrer Universität zitiert. 

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