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Italienische Experten schlagen Pompeji Alarm

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Baku, den 4. März (AZERTAG). Die antike Ruinenstadt Pompeji in Süditalien verfällt trotz aufwendiger Sanierungsarbeiten. Erneut sind mehrere Wände eingestürzt. Die Lage sei dramatisch, warnt ein Architekt - Ursache sei die schlechte Verwaltung des Unesco-Kulturerbes.

Italienische Experten schlagen wegen Schäden in der Ruinenstadt Pompeji Alarm. Nur kurz nach der Restaurierung stürzte die Wand eines historischen Geschäfts unter dem Gewicht einer weiteren eingestürzten Wand ein, wie die Behörden am Montag mitteilten.

Erst am Sonntag waren Steine aus einem Bogengang des Venus-Tempels herabgefallen und eine weitere Mauer in der Nekropolis umgestürzt. Die Lage in der vor rund 2000 Jahren vom Vesuv zerstörten Stadt sei „dramatisch“, erklärte Antonio Irlando, Architekt von der Beobachtungsstelle für das Kulturerbe.

Er machte eine schlechte Verwaltung der bedeutenden archäologischen Stätte verantwortlich. Es gebe ein „beispielloses Vakuum“ im Management von Pompeji. Und für jeden gemeldeten Schaden gebe es neun weitere, die es nicht in die Nachrichten schafften, sagte Irlando. Kulturminister Dario Franceschini berief eine Sondersitzung ein, um die Schäden zu bewerten.

Verstrickt mit der Mafia - Im vergangenen Jahr hatten Restauratoren mit Arbeiten an dem Unesco-Welterbe begonnen, 105 Millionen Euro sind dafür veranschlagt. 42 Millionen Euro davon steuert die EU bei. Allerdings ist die Restaurierung wegen bürokratischer Hürden schon deutlich in Verzug geraten. Das Projekt gilt als entscheidend, um Pompeji zu erhalten.

Zuvor war jahrelang nur wenig Geld für den Erhalt ausgegeben worden. Verstrickungen beteiligter Firmen mit der Mafia hatten die Restaurierung immer wieder verzögert. Eine schwere Hypothek waren zudem noch nicht aufgearbeitete Betrugsskandale. Gegen einen früheren Manager wurden Ermittlungen eingeleitet, weil er eine Firma angeheuert haben soll, die Theateraufführungen organisierte, anstatt sich um die Restaurierung zu kümmern.

Jahr für Jahr besuchen Millionen von Touristen das 66 Hektar große Gelände. Die Stadt war bei einem Ausbruch des Vulkans Vesuv im Jahr 79 verschüttet worden. Tausende Menschen wurden getötet, der Ort unter einer meterhohen Ascheschicht begraben und so für Jahrhunderte konserviert. Erst im Jahr 1748 wurde das antike Pompeji wiederentdeckt.

 

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