GESELLSCHAFT


Jagd in der Antarktis

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Baku, den 10. Juni (AZERTAG). Die Regierung in Tokio stemmt sich gegen ein Verbot des Internationalen Gerichtshofs. Um die Walbestände besser erforschen zu können, sollen Wale erlegt werden. Damit würde auch die japanische Kultur gestärkt.

Trotz des vom Internationalen Gerichtshof (IGH) verhängten Verbots will sich Japans konservative Regierung für eine Wiederaufnahme des kommerziellen Walfangs einsetzen. Er werde die wissenschaftliche Erforschung der Walbestände verstärken und auf diese Weise für eine Wiederaufnahme des kommerziellen Fangs sorgen, sagte Ministerpräsident Shinzo Abe am Montag vor einem Parlamentsausschuss in Tokio. Er bedauerte, dass der Genuss von Walfleisch international nicht als Teil der japanischen Kultur anerkannt werde.

Der höchste Uno-Gericht hatte Japan im März den Walfang in der Antarktis verboten, weil dieser unter dem Deckmantel der Wissenschaft vor allem kommerziellen Zwecken diene. Allein 2005 seien rund 3600 Zwergwale im Rahmen des japanischen Programms getötet worden, erklärte der Vorsitzende Richter Peter Tomka bei der Verlesung des Urteils. Australien und Neuseeland hatten im Jahr 2010 Klage gegen das japanische Walfang-Programm eingereicht.

Seither stellen immer mehr japanische Firmen den Verkauf von Walfleisch ein - zumal die Zahl der Japaner, die das Fleisch noch verzehren, seit Jahren stetig abnimmt.

Um dem Ende dieser „Tradition“ entgegenzusteuern, rief die Regierung eine „Woche des Wals“ aus, in der das Landwirtschaftsministerium allen Besuchern eine Gratis-Kostprobe frittierten Walfleischs anbietet. Zu Beginn der Kampagne verspeiste Minister Yoshimasa Hayashi zusammen mit Jagd-Befürwortern im Parlament demonstrativ ein Stück Walsteak, bevor er zu einem Mittagessen mit Wal-Carpaccio in der Kantine seines Ministeriums einlud.

Die Internationale Walfang-Kommission hatte den kommerziellen Walfang 1986 verboten. Ungeachtet dessen bekennen sich Norwegen und Island zur Jagd auf die Meeressäuger. Sie betreiben ungeachtet des Moratoriums kommerziellen Walfang und berufen sich dabei auf ihre Traditionen. Anders ist die Lage bei der indigenen Bevölkerung in der Arktis, zum Beispiel auf Grönland. Dort darf eine kleine Zahl von Walen tatsächlich für den Eigenverbrauch gefangen werden.

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