GESELLSCHAFT


Jahrhundertealte Erreger per Mikrochip aufstöbern

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Baku, den 9. März (AZERTAG). Ein sogenanntes Microarray hat Wissenschaftlern dabei geholfen, Pest und Cholera in Gewebeproben aus dem 19. und sogar aus dem 14. Jahrhundert nachzuweisen – noch dazu schnell und günstig. Per Biochip können Forscher künftig den Ursprung und die Ausbreitung von Infektionskrankheiten besser rekonstruieren. Mit einem sogenannten Microarray wiesen nordamerikanische Wissenschaftler in jahrhundertealten Gewebeproben unter anderem die Erreger von Pest und Cholera nach.

Bisher sind Analysen archäologischer Funde sehr langwierig und teuer, weil das Erbgut von Mikroorganismen meist nur noch bruchstückhaft vorliegt, wie das Team um Hendrik Poinar von der kanadischen McMaster University in Hamilton im Fachmagazin "Scientific Reports" schreibt.

In der Studie untersuchten die Forscher den Zahn eines Pestopfers aus dem Jahr 1348 und Darmproben eines an Cholera verstorbenen Menschen von 1849. Dazu nutzten sie einen beschichteten Biochip, dessen Moleküle mit Erbgut-Bestandteilen von Krankheitserregern reagieren.

Das sogenannte LLMDA-Microarray (Lawrence Livermore Microbial Detection Array) erkannte zahlreiche Mikroorganismen, die zuvor mit dem wesentlich aufwendigeren Hochdurchsatz-Screening (High Throughput Sequencing; HTS) identifiziert worden waren. Dazu zählten unter anderem die Erreger von Pest und Cholera, obwohl nur noch ein winziger Bruchteil ihrer DNA erhalten war.

Das Verfahren sei eine schnelle und kostengünstige Alternative zum aufwendigeren HTS, betonen die Forscher. Schon in naher Zukunft seien Biochips ein exzellentes Werkzeug, um archäologische Proben schnell, günstig und zuverlässig zu analysieren und so etwa die gesundheitliche Entwicklung von Populationen im Lauf der Geschichte aufzuklären.

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