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Japan geißelt Chinas Kriegsrhetorik im Inselstreit

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Baku, den 29. Oktober (AZERTAG). Chinas Verhalten im Inselstreit gefährdet den Frieden – sagt Japan. Die Gründe der Eskalation: Eine Drohne aus China, die Abschussfreigabe aus Japan und die chinesische Warnung einer Kriegshandlung.

Der Konflikt um eine zwischen Japan und China umstrittene Inselgruppe spitzt sich zu: Japans Verteidigungsminister Itsunori Onodera warf China am Dienstag vor, mit seinem Verhalten in dem Streit den Frieden zu gefährden.

„Ich glaube, das Eindringen Chinas in die territorialen Gewässer rund um die Senkaku-Inseln fällt in die graue Zone zwischen Friedenszeit und Ausnahmezustand“, sagte Onodera.

Chinas Verteidigungsministerium hatte am Samstag gewarnt, sollte Japan auf chinesische Flugzeuge schießen, würde dies eine „ernste Provokation, eine Art Kriegshandlung“ darstellen. Japanische Medien hatten vergangene Woche berichtet, Japans Regierungschef Shinzo Abe Pläne habe gebilligt, unbemannte Flugzeuge abzuschießen, sollten diese trotz Aufforderungen den japanischen Luftraum nicht verlassen. Zuvor war eine Drohne auf dem Weg nach Südjapan entdeckt worden, die offenbar aus China stammte.

Angst vor Überschreitung der verbalen Ebene - Peking erhebt seit Jahren Anspruch auf die von Tokio kontrollierte Inselgruppe im Ostchinesischen Meer, die in Japan Senkaku und in China Diaoyu heißt. Die chinesische Regierung entsendet immer wieder Schiffe in das Gebiet um die umstrittene Inselgruppe und provoziert damit regelmäßig ärgerliche Reaktionen in Tokio.

Angesichts der aufgeheizten Stimmung besteht international die Sorge, dass es zwischen den beiden Ländern nicht nur verbal, sondern auch militärisch zur Konfrontation kommen könnte.

Erst am Montag hatte die chinesische Küstenwache wieder vier Schiffe in das Gebiet um die umstrittene Inselgruppe entsandt, wo sie zwei Stunden blieben, verfolgt von mehreren japanischen Schiffen. In den Tagen zuvor hatte die japanische Luftwaffe Jagdflugzeuge entsandt, nachdem sich chinesische Kampfflugzeuge auf dem Weg in den Pazifik dem Luftraum Japans genähert hatten.

Onodera deutete dies am Dienstag als Hinweis, dass China sein Einsatzgebiet ausdehne, auch in den offenen Ozean.

Zuspitzung vor gigantischem Militärmanöver - Die jüngste Zuspitzung des Streits kommt wenige Tage vor einem japanischen Militärmanöver. Tokio will von Freitag an auf einer Inselgruppe die Verteidigung – und Rückeroberung – abgelegener Inseln üben. An dem Manöver sollen 34.000 Soldaten teilnehmen.

Der umstrittene Archipel befindet sich etwa 200 Kilometer vor der Küste Taiwans und rund 400 Kilometer von der japanischen Insel Okinawa entfernt. Die Inseln liegen in fischreichen Gewässern auf einer strategisch wichtigen Schifffahrtsroute, in der Umgebung werden größere Erdöl- und Erdgas-Vorkommen im Meeresboden vermutet.

Die Regierung in Tokio hatte im September 2012 mehrere der unbewohnten Inseln verstaatlicht und damit den lang anhaltenden Inselstreit weiter angefacht.

 

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